Cargo.
Sunday, June 6th, 2010
»Stell Dir vor, du fliegst ins All, und langweilst dich zu Tode.« So könnte der Slogan eines Films über die Folgen anhaltender Isolation bei Raumfahrern lauten. In diesem Fall beschreibt es leider in erster Linie den Film selbst, weniger dessen Handlung.
Der Start der Reise gerät noch halbwegs interessant. Regisseur und Co-Autor Ivan Engler verstand das Beste aus dem überschaubaren Budget zu machen und eröffnet sein Zweitwerk mit Space-Porn allererster Güte. Eine gigantische Raumstation, auf der fast die komplette, verbliebene Menschheit beheimatet ist, dreht sich glitzernd im All. Aus einer TV-Sendung und Werbetrailern erfährt der Zuschauer vom Elend unserer Erde, die längst nicht mehr bewohnbar ist, sowie der Existenz eines neuen Planeten, der jedoch nur den Glücklichen und Reichen Unterschlupf gewährt.






Beim Schenken zählt der gute Wille. Was den Rest betrifft, das Ergebnis. FRANKLYN bemüht sich redlich, eine intelligente, anspruchsvolle Geschichte zu erzählen, vergisst und verliert dabei aber sein Publikum. Nicht durch unnötige Komplexität, sondern notwendige Geheimniskrämerei, was weniger verwerflich, dafür umso enttäuschender ist.
Immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr … schaut man sich trotzdem wieder sowas an. Zumindest als Genrefan, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und da erwiesenermaßen auch meine Lernfähigkeit diesbezüglich lachhaft ist, sparen wir uns heute einfach mal die üblichen Beschwerden und kommentieren diesen Film so, wie er es verdient. Das bedeutet in der Praxis, keine Schwächen zu kritisieren, an denen die Macher überhaupt kein Interesse hatten, zum Beispiel mangelnde Innovation und Substanz in Bezug auf Handlung und Charaktere.