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	<title>The Midnight Screening &#187; scifi</title>
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	<description>Rezensionen aus der letzten Reihe - ein Filmtagebuch</description>
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		<title>Attack the Block</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 11:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein paar unsympathische Kids &#8211; Entschuldigung, Gangster &#8211; bezeugen auf nächtlichem Raubzug in ihrem Wohnblock den Absturz eines Außerirdischen. Mit Abstürzen bestens vertraut und nach dem ersten Schreck wenig von dem schleimigen Vieh beeindruckt, packen sie den Gremlin ein und ziehen weiter. Kurz darauf treffen dessen missgelaunte Kumpel ein, und zwar im Dutzend. Wieder erschrocken, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/11/05/attack-the-block/"><img class="alignnone size-full wp-image-3931" title="attack-the-block" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/attack-the-block.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Ein paar unsympathische Kids &#8211; Entschuldigung, Gangster &#8211; bezeugen auf nächtlichem Raubzug in ihrem Wohnblock den Absturz eines Außerirdischen. Mit Abstürzen bestens vertraut und nach dem ersten Schreck wenig von dem schleimigen Vieh beeindruckt, packen sie den Gremlin ein und ziehen weiter.</p>
<p><span id="more-3929"></span>Kurz darauf treffen dessen missgelaunte Kumpel ein, und zwar im Dutzend. Wieder erschrocken, aber immer noch von der unterschwelligen Vertrautheit dieser Vorgänge ermutigt, wappnen sich die Kinder für den Kampf. Als die prolligen und die wolligen kleinen Monster aufeinanderprallen, wird schnell deutlich, dass es kein Heimspiel für die Schlabberhosen wird.</p>
<p>Was folgt, sind 80 actionreiche, mit frechen Sprüchen und ordentlich Situationshumor aufgepeppte Minuten, in denen viel geschrien, gerannt und gekämpft wird. Da wundert es auch kaum, dass kein Erwachsener eingreift. Kinder sind nun mal Kinder, und der Unterschied zum normalem Leben in dieser Gegend nur mit der Lupe zu entdecken.</p>
<p>Da im Publikum aber auch noch andere Menschen sitzen, packt man genrekonform noch eine hübsche, zierliche aber letztlich äußerst taffe junge Frau mit ins Geschehen. Den ebenso obligatorischen Comic Relief übernimmt Nick Frost, der diesmal noch ein wenig fetter und schmieriger sein darf, aber immer für ein paar Lacher gut ist und doch irgendwie nett wirkt. Wie macht er das bloß?</p>
<p>Die Gratwanderung zwischen notwendiger Naivität und befremdlicher Verharmlosung gelingt dabei überwiegend gut. Wahl und Zeichnung der Charaktere erlauben ein Ausklammern der unbehaglichen Aspekte des Milieus, ohne aber völlig zu verdrängen, wie das Leben der Protagonisten normalerweise aussieht. Dies ist sowohl für die Geschichte und das Setting an sich, vor allem aber auch in diesem Genre unbedingt notwendig, um die erforderliche Leichtigkeit nicht zu verlieren.</p>
<p>ATTACK THE BLOCK ist eine Hommage an die Monsterfilme der 80er und 90er-Jahre, deren Flair er recht erfolgreich in die Neuzeit transportiert. Er ist aber auch ein Abklatsch der Monsterfilme der 80er- und 90er-Jahre, die heute niemanden mehr vom Hocker reißen. Am Ende sind die Kids sympathischer, der Wohnblock noch ein wenig schmutziger, und ansonsten alles beim Alten. Kann man sich das ansehen? Joah. Muss man das ansehen? Neee.</p>
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		<title>The Divide</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 15:37:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu den zeitlosen Klassikern, die über jeden Zweifel erhaben und vom Setting unabhängig sind, gehört der HERR DER FLIEGEN. Der 1954 erschienene Roman des englischen Schriftstellers William Golding ist so universell in Inhalt und Aussage, dass sich die Geschichte mühelos an einen anderen Ort oder eine andere Zeit übertragen und auf jede isolierte Gruppe anwenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/10/29/the-divide/"><img class="alignnone size-full wp-image-3923" title="The Divide" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/The-Divide.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Zu den zeitlosen Klassikern, die über jeden Zweifel erhaben und vom Setting unabhängig sind, gehört der HERR DER FLIEGEN. Der 1954 erschienene Roman des englischen Schriftstellers William Golding ist so universell in Inhalt und Aussage, dass sich die Geschichte mühelos an einen anderen Ort oder eine andere Zeit übertragen und auf jede isolierte Gruppe anwenden lässt. Die Dunkelheit, die im Menschen schlummert, ist immer aktuell und verliert nie an Bedrohlichkeit und Schrecken.</p>
<p><span id="more-3922"></span></p>
<p>Nach diversen Verfilmungen, vielen Neu-Interpretation und unzähligen, vergleichbaren Geschichten nimmt sich nun THE DIVIDE der Thematik an und entwickelt sie um genau 1% weiter, indem er aus der Flucht vor einer atomaren Bedrohung eine tatsächliche Katastrophe macht, die eine Gruppe Erwachsener mit kindlichem Gemüt &#8211; im Film New Yorker &#8211; in den Bunker unter einem Mehrfamilienhaus treibt. Dort eingesperrt, mit begrenzten Vorräten und in Angst vor dem Strahlentod an der Oberfläche, eskalieren Furcht und Überlebenswille in altbewährter Form und abendfüllender Geschwindigkeit.</p>
<p>Schade ist nur, dass dem Ganzen der Beigeschmack eines TV-Films anhaftet, denn die überaus mäßigen Dialogen werden von den eindimensionalen Charakteren bereits im Originalton derart unbeholfen abgespult, dass man sich an eine Seifenoper oder ein unterdurchschnittliches Videospiel erinnert fühlt. Dunkelheit und Anspannung dieser emotional sehr zugänglichen Lage sorgen zwar für ein gewisses Maß an Atmosphäre, jedoch wird diese immer wieder von Drehbuchaussetzern zerrissen. Dass diverse Andeutungen und ein Nebenhandlungsstrang über einen gnadenlosen Militäreinsatz letztlich im Sand verlaufen, hilft ebenso wenig und trägt nur weiter dazu bei, die Reinheit der Grundidee zu verwässern.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt, an dem die Verbliebenen endgültig durchdrehen, beziehungsweise die Spaltung innerhalb der Gruppe zu dramatischen Konsequenzen führt, ist bereits so viel Potenzial verschenkt, dass der zunehmend groteske, in seiner fieberhaften Inszenierung überraschend dichte letzte Akt die Wertung zwar noch anhebt, aber auch nicht mehr über die Grenze hievt, die eine Empfehlung rechtfertigen würde.</p>
<p>Wer gerne wissen möchte, was Milo Ventimiglia nach seiner Zeit bei HEROES so treibt, und ob er zwischenzeitlich besser schauspielern gelernt hat, kann THE DIVIDE eine Chance geben. Sein Händchen für gute Drehbücher hat sich nicht sonderlich verbessert, die Zugänglichkeit des Szenarios sorgt aber für 1,5 halbwegs unterhaltsame Stunden.</p>
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		<title>Tron Legacy</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 13:14:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach, es ist doch immer das Gleiche. Ein Rebell / Außenseiter / Einzelkämpfer gerät in eine andere Welt / Dimension / Zeit, wird dort als Rebellenführer / Auserwählter / Erlöser entdeckt oder erkoren und führt die Unterdrückten / Versteckten / Rückständigen gegen ein Terrorregime / Diktatoren / Invasoren in den Kampf und über ein paar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/08/07/tron-legacy/"><img class="alignnone size-full wp-image-3773" title="tron-legacy-poster-big" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/tron-legacy-poster-big1.png" alt="" width="310" height="459" /></a></p>
<p>Ach, es ist doch immer das Gleiche. Ein Rebell / Außenseiter / Einzelkämpfer gerät in eine andere Welt / Dimension / Zeit, wird dort als Rebellenführer / Auserwählter / Erlöser entdeckt oder erkoren und führt die Unterdrückten / Versteckten / Rückständigen gegen ein Terrorregime / Diktatoren / Invasoren in den Kampf und über ein paar Opfer hin zur Freiheit / zum Sieg / zu neuem Selbstbewusstsein. Es ist das ewige Erlöser-Einerlei,  der immerzu gleiche Eskapismus, der sich in maßgeschneiderte CGI-Klamotten hüllt und auf innere Werte pocht, ohne selbst welche zu besitzen.</p>
<p><span id="more-3762"></span>Sei es ein MATRIX oder ein AVATAR, ein TERMINATOR: SALVATION, ein ULTRAVIOLETT oder meinetwegen ein WANTED &#8211; bis auf wenige Ausnahmen sind diese Filme in erster Linie eines: Der Sieg der Ästhetik über den Inhalt. “Style over Substance” heißt die Devise, welche die Kinos und die Kassen füllt und dafür sorgt, dass jeder, der sein Gehirn nicht an der Garderobe abgeben will, den Niedergang der westlichen Kultur beweint. Wer starrsinnig oder leichtsinnig genug ist, diese Filme zu hinterfragen, muss meist noch in der Vorstellung erkennen, dass die Hoffnung auf Erlösung schneller erfüllt werden wird als die auf eine gute Geschichte. Wir alle werden irgendwann erlöst, und sei es nur durch den Abspann.</p>
<p>TRON LEGACY erzählt &#8211; da darf man sich keinerlei Illusionen machen &#8211; genau solch eine Geschichte. Er hat aber auch dafür gesorgt, dass ich die Fans genannter Filme ein bisschen besser verstehe.</p>
<p>Der Plot des Films ist sowohl in seinem Kern als auch in den Details, den vielen kleinen Wendungen, stets austausch- und vorhersehbar, und strotzt besonders in den eröffnenden Szenen nur so vor unglaubwürdigen Momenten und Ideen. Zusammen mit der unfassbar bescheuerten Idee, eine CGI Version des jungen Jeff Bridges in eine Rückblende einzubauen, stürzt das den Film bereits in den ersten Minuten in den freien Fall. Einzig das aufwändige Set-Design und die kurzweilige Inszenierung retten TRON LEGACY vor dem Aufprall. Dass der Protagonist, Sohn der Hauptfigur des ersten Teils, einen ähnlichen Stunt abliefern darf, kann da schon kaum mehr erheitern.</p>
<p>Doch während man noch damit beschäftigt ist, darüber nachzudenken, ob Hauptdarsteller Garrett Hedlund cooler wirkt als Chris Pine, Hayden Christensen und Andrew Garfield, oder man sich das nur einbildet, und ob der neue Star Trek oder der neue Spider-Man mit ihm nicht auch ganz gut hätten funktionieren können, schleicht sich unbemerkt der Moment heran, der alles ändert, und mich mit Demut diese Rezension verfassen lässt. In dem Augenblick, in dem die Handlung in die virtuelle Realität des »Grid« wechselt, sind alle erzählerischen Sünden vergeben und vergessen.</p>
<p>TRON LEGACY ist, ich kann es nicht anders ausdrücken, ein audiovisueller Orgasmus. In den knapp zwei Stunden, die der Film in der Computerwelt spielt, gibt es keine Szene, nicht eine einzige Einstellung, die nicht bis ins Kleinste perfekt aussehen würde. Licht, Farben, Setdesign, Kostüme, Rauch- und Lichteffekte &#8211; alles ist dermaßen makellos gestaltet und aufeinander abgestimmt, dass einem schlichtweg die Augen übergehen.</p>
<p>Das wäre für sich genommen beeindruckend, aber nicht überwältigend, wäre da nicht noch die Musik von Daft Punk, die das Gezeigte kongenial untermalt, aufheizt und immer wieder aufs Neue lebendig wirken lässt. Das Ergebnis geht weit über den Konsens hinaus, den viele Kritiken teilen. TRON Legacy ist nicht bloß ein 2-stündiges Musikvideo. Es ist ein Kunstwerk. Es ist ein Film, der im Dunkeln genossen werden muss, auf BluRay, auf einem scheiß großen Fernseher oder über Beamer, bei der maximal vertretbaren Lautstärke und vor allem &#8211; ohne Störenfriede. Hauptsache scharf, Hauptsache laut, Hauptsache keine Ablenkung von dieser lupenreinen CGI-Pornografie.</p>
<p>Natürlich wird ein solches Werk stets ein wenig aseptisch wirken. Und auch wenn der CGI-Jeff Bridges in diesem Kontext, diesem Umfeld, verziehen werden kann, haftet dem Film eine gewisse Leblosigkeit an. Dass diese keinen Überdruss provoziert, liegt daran, dass das Drehbuch, uninspiriert wie es sein mag, keine massiven Fehler macht. Die Figuren haben eine solide emotionale Erdung und bleiben in ihrer Motivation stets nachvollziehbar. Es wird auf nervige One-Liner verzichtet, und sogar der Love Interest glänzt durch Understatement.</p>
<p>Noch viel bedeutender sind aber die kleinen Details, die dem Film den dringend nötigen Charme geben und das Geschehen davor retten, allzu unpersönlich zu wirken. Sei es die spleenige Mimik eines Martin Sheen, die freche Lache von Olivia Wilde oder die Wärme eines Bruce Boxleitner &#8211; solche Gesichtern überstrahlen sogar die religiösen Konnotationen, die dem Film zu schaffen machen. Dass Fans des Originals den Nachfolger verteufeln, kann man zum Teil als nostalgische Verklärung werten, bedingt durch das Alter, in dem die meisten den ersten Teil gesehen haben dürften. Wer keine tiefere, emotionale Bindung zum Vorgänger verspürt, und die Plotschwächen auszublenden vermag, kann aber durchaus Spaß haben.</p>
<p>Vor dem Abschluss ein Einschub: Zugegeben, die Pocahontas-Neuverfilmung AVATAR hatte bei mir trotz Battlemechs und tollen Effekten nicht die besten Chancen, denn meine Sehnsucht nach Eskapismus ist nicht auf exotische Wälder und Drachenreiten kalibriert. Aber ich war auch nie ein Fan von TRON, und schätzte diesen mehr wegen seiner Bedeutung, also seiner Relevanz für die Filmgeschichte und seines Themas, als wegen seiner selbst. Der esoterisch verklärte, reaktionäre Unsinn schadet beiden Filmen in gleichem Maße.</p>
<p>Aus TRON LEGACY  mehr zu machen als Hochglanz-Eskapismus, dürfte schwierig werden.  Doch während mich hier die Aspekte, die bei AVATAR und Kollegen störten, weitaus weniger aufgeregt haben, wiegt der Bombast um ein Vielfaches schwerer. Für mich besteht kein Zweifel: TRON LEGACY ist rein visuell der wohl beeindruckendste Sci-Fi-Film seit BLADERUNNER. Auch deshalb schaut man Filme. Und so kann ich nach all den Jahren hämischer Verisse und ernster Anmerkungen nur in Demut den Kopf senken und folgende zwei Worte schreiben:</p>
<p>Geiler Film.</p>
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		<title>Predators</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 00:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn alle Stricke reißen, kann die Leistung eines Remakes nur oder noch darin bestehen, an die Qualität des Originals zu erinnern. PREDATORS ist zwar kein Remake, aber irgendwie dann wieder doch, und als solches macht es seine Arbeit sehr gut, denn man wünscht sich nach dem Abspann tatsächlich, das Original noch einmal zu sehen &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2011/03/09/predators/"><img class="alignnone size-full wp-image-3471" title="predators-poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/predators-poster.png" alt="" width="180" height="262" /></a>Wenn alle Stricke reißen, kann die Leistung eines Remakes nur oder noch darin bestehen, an die Qualität des Originals zu erinnern. PREDATORS ist zwar kein Remake, aber irgendwie dann wieder doch, und als solches macht es seine Arbeit sehr gut, denn man wünscht sich nach dem Abspann tatsächlich, das Original noch einmal zu sehen &#8211; und sei es nur, um sich ins Gedächtnis zu rufen, warum man den Franchise einmal mochte.</p>
<p>Dabei sind die Zutaten allen vorhanden: Harte Kerle, markige Sprüche, viel Urwald und ein fulminanter Showdown. Hinzu kommt noch Adrien Brody, der so unterfordert scheint, dass man ihm den Söldner schon aus purem Mitleid abkaufen möchte. Über jeden Zweifel erhaben und eindeutig Höhepunkt des Films ist jedoch nur der kleine Gastauftritt von Lawrence Fishburne. Sein Auftritt beweist die naheliegende These, dass man immer einen kleinen Lichtblick braucht, um ein Desaster in seinem vollen Umfang erfassen zu können.</p>
<p><span id="more-3469"></span></p>
<p>Es ist schwer zu benennen, ab wann bzw. warum es mit dem Film abwärtsgeht. Scherzbolde mögen »mit der ersten Szene« entgegnen, da Brody zu Beginn des Films im freien Fall erwacht. Mit etwas mehr Ernst ist es die große Auswahl, welche die Entscheidung erschwert. Die dröge Mittelmäßigkeit von PREDATORS offenbart sich in so vielen Facetten, dass sich ein Spitzenreiter kaum festlegen lässt.</p>
<p>Möglich scheint, dass es primär an den Figuren liegt, die wohl als Ansammlung von Archetypen gedacht waren, über die gesamte Spielzeit jedoch nicht vergessen lassen, dass selbst eindimensionale Charaktere miteinander funktionieren müssen. Wo das Original wenigstens noch von einem heißen Wickel aus Söldnerklischees zusammen gehalten wurde, kann die hier präsentierte Gruppe nicht darüber hinwegtäuschen, um was es sich bei ihr tatsächlich handelt: Eine konzeptfrei zusammen gewürfelte Trägermasse für unterdurchschnittliche One-Liner, der jeglicher Unterhaltungswert abgeht und die darüber hinaus keinem noch so geringen erzählerischen Anspruch gerecht wird. Es wäre überspitzt, zu behaupten, dass die Opfer sogar gegenüber ihren gesichtslosen Häschern verblassen. Viel fehlt hierzu jedoch auch nicht mehr.</p>
<p>In Anlehnung an den eben bemühten Vergleich mag man, durchaus berechtigt sogar, einwerfen, dass sich diese Beschreibung auch mühelos auf den ersten Teil übertragen ließe. Hierbei sollte jedoch nicht vergessen werden, welches Jahr wir schreiben, und dass das, was damals unverbraucht, charmant und für jüngeres Publikum vielleicht sogar beeindruckend war, heute nicht einmal mehr Teenager hinter dem Ofen hervor locken würde. Und das obwohl der subtil eingeflochtene Flirt auf dem Niveau eines Jugendbuches rangiert.</p>
<p>So sehr sich Regisseur Nimród Antal auch bemüht haben mag: PREDATORS bleibt ein Film, der trotz seiner kompromisslosen Ausrichtung auf pure Action erstaunlich wenig Spaß macht und ernsthaft daran zweifeln lässt, ob noch ein Hauch von Potenzial in diesem Franchise steckt.<br />
Wenn man sich dabei vor Augen führt, dass der Regisseur, der uns KONTROLL gebracht hat, hier am Werke war &#8211; man könnte heulen. Und falls es wirklich Tränen gibt, so hat PREDATORS wenigstens eins erreicht:</p>
<p>Fans und Cineasten in Trauer zu einen.</p>
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		<title>Iron Man 2</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 11:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ach, der Reiz des Neuen, er ist ja so vergänglich. Nicht einmal Superhelden sind darüber erhaben. Sicher, der zweite Batman nach dem Reboot war ein Knaller, aber was wird wohl los sein, wenn der dritte Teil ins Kino kommt? Hysterischer als bei THE DARK KNIGHT kann man ja kaum mehr werden. Weiß noch irgendwer, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/12/11/iron-man-2/"><img class="alignnone size-full wp-image-3337" title="Iron Man 2" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/12/iron_man_2_poster.jpg" alt="" width="180" height="253" /></a>Ach, der Reiz des Neuen, er ist ja so vergänglich. Nicht einmal Superhelden sind darüber erhaben. Sicher, der zweite Batman nach dem Reboot war ein Knaller, aber was wird wohl los sein, wenn der dritte Teil ins Kino kommt? Hysterischer als bei THE DARK KNIGHT kann man ja kaum mehr werden. Weiß noch irgendwer, was im dritten Teil von X-MEN passiert ist? Ernsthaft? Oder bei SPIDER-MAN? Ich hab das alles vergessen. Auch IRON MAN hat diese Belastungsprobe noch vor sich. Mit einem Sequel, das noch nicht allzu muffig riecht, kann er sich jedoch noch halbwegs entspannt zurücklehnen.</p>
<p><span id="more-3334"></span>Halbwegs, denn ein echter Kracher ist auch die Fortsetzung nicht. Richtig gelesen, »auch«. Ungeachtet der beachtlichen Einspielergebnisse und freundlichen Kritiken, die der erste Teil für sich gewinnen konnte, empfand ich bereits die Entstehungsgeschichte mit dem mühsam drangekitteten Mini-Plot als wenig mitreißend und beizeiten massiv idiotisch, selbst an den Standards gemessen, die einem solchen Helden zwangsweise anhaften. Die knackige Inszenierung und die tollen Effekte sorgten dafür, dass der Film trotzdem Laune machte, in guter Erinnerung blieb er mir damit aber nicht.</p>
<p>Der zweite Teil ändert an diesem Erfolgsrezept wenig. Die Handlung wirkt erneut massiv konstruiert, hektisch und beizeiten so unsicher, dass man sich schon sehr auf Downeys Genuschel konzentrieren muss, dessen Charme und kesse Dialogzeilen einen Großteil der Sympathiepunkte für sich verbuchen können. Das gilt bis zu einem gewissen Grad auch für Sam Rockwell und Mickey Rourke, die hier die Finsterlinge geben, und die man ganz entspannt hassen darf, ohne dass es anstrengend wird. Auf der Heldenseite sieht es leider anders aus, da Samuel L. Jackson als Nick Fury, Scarlett Johanssen als Black Widow und Gwyneth Paltrow als Iron-Man-Sidekick nie mehr als stichwortgebende Staffage sind, und aus ihrer Leinwandzeit entweder nichts machen dürften &#8211; oder konnten. Dabei wird durchaus viel gequasselt, was manche stören mag, mir angesichts der an Autismus grenzenden One-Liner-Kollektionen, die einem sonst als Actionkino serviert werden, aber recht gut gefallen hat. Den Namen des netten Herrn nachzuschlagen, der die übrigen 10% des Tony-Start-Ersatzgewissens ausmacht und später in den zweiten Anzug schlüpft (IRON MAN 2 &#8211; get it? Brillant!), ist die Mühe hingegen kaum wert. Ich würde jetzt gern von einer »blassen Performance« reden, das ist aber wahrscheinlich politisch inkorrekt, und damit muss man ja mittlerweile wirklich aufpassen.</p>
<p>Positiv fällt auch auf, dass dank der abgehakten Entstehungsgeschichte nun mehr Zeit für Aufbau und Inszenierung der Gegenspieler blieb, die mit Sam Rockwell und Mickey Rourke auch wirklich schön besetzt wurden. Mit einem Endkampf, der meiner Ansicht nach den des ersten Teils um Längen schlägt, läuft die Fortsetzung trotz erzählerischer Mängel gleichauf mit ihrem Vorgänger auf der Zielgeraden ein. Welcher der beiden letztlich den Pokal bekommt, ist dann eine Frage der Interpretation und des persönlichen Geschmacks.</p>
<p>Ohne eine hohe Erwartungshaltung vermag IRON MAN 2 in mancherlei Hinsicht vielleicht sogar besser zu unterhalten als der erste Teil. Dass der Raum, der durch den abgeworfenen Ballast frei wurde, nicht besser genutzt werden konnte, ist bedauerlich. Wer ihn nicht schon gesehen hat, darf aber bedenkenlos zugreifen: Der Blechmann macht auch im Heimkino ordentlich Spaß. Für den dritten Teil sollte man sich jedoch mal was Neues überlegen.</p>
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		<title>Monsters.</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 12:51:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nur wenige Filme haben mich in diesem Jahr so &#8211; kurz, aber heftig &#8211; an meinem Geschmack zweifeln lassen wie MONSTERS. Direkt nach der Vorstellung ließ ich mich in meiner Euphorie sogar zu einem »Eins mit Stern« hinreißen, nur um in fassungslose Gesichter zu blicken und die Wertungen Anderer zu hören, die mit einem »Haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/11/08/monsters/"><img class="alignnone size-full wp-image-3236" title="Monsters-Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/11/Monsters-Poster.jpg" alt="" width="180" height="265" /></a>Nur wenige Filme haben mich in diesem Jahr so &#8211; kurz, aber heftig &#8211; an meinem Geschmack zweifeln lassen wie MONSTERS. Direkt nach der Vorstellung ließ ich mich in meiner Euphorie sogar zu einem »Eins mit Stern« hinreißen, nur um in fassungslose Gesichter zu blicken und die Wertungen Anderer zu hören, die mit einem »Haben wir den selben Film gesehen?« begannen und mit einem »Mit viel Wohlwollen eine Drei« endeten. Nun, da sich das Gesehene gesetzt hat, bin ich geneigt, dem Film sein Sternchen abzuerkennen. Das absolute Nonplusultra ist er nicht. Bei meinem generellen »sehr gut« will ich aber bleiben.</p>
<p><span id="more-3233"></span></p>
<p>Zur Handlung: Aliens sind auf der Erde gelandet, doch es handelt sich nicht um eine Invasion im herkömmlichen Sinn. Sechs Jahre ist es her, dass eine Sonde mit Proben außerirdischen Lebens über Zentralamerika abgestürzt ist. Seitdem hat sich die Fracht unaufhaltsam ausgebreitet und vermehrt. Mittlerweile liefern sich gigantische, tintenfischartige Monstren erbitterte Kämpfe mit dem Militär, die wahre biologische Natur der Wesen ist jedoch immer noch weitgehend ungeklärt. Da der »Befall« auch vor Pflanzen und Bäumen nicht Halt macht, wird Quadratmeile um Quadratmeile Mexikos kurzerhand zur Quarantänezone erklärt und eine riesige Mauer gezogen, um die Vereinigten Staaten vor den Fremden zu schützen. Aus dieser Zone soll nun ein Pressefotograf die Tochter seines Geldgebers eskortieren, bevor die Grenze endgültig dicht und ein Entkommen unmöglich geworden ist. Dass sich die beiden zunächst einmal nicht leiden können, versteht sich dabei ebenso von selbst wie die Tatsache, dass es mit der »letzten Fähre in die Heimat«, deren Ticket kurzerhand zu horrendem Preis erstanden wird, nicht so ganz klappt.</p>
<p>Die Geschichte klingt nach Popcorn-Kino, die Rezeptur banal. Doch während MONSTERS in weiten Teilen tatsächlich »nur« ein solider, simpler Roadmovie mit romantischem und fantastischem Gepäck ist, überrascht er durch die Art und Weise, wie er seine Geschichte erzählt. Die Eröffnung wirkt noch wie ein B-Movie unterster Schublade, doch dieser Eindruck legt sich schnell. Im späteren Verlauf umschifft Regisseur und Drehbuchautor Gareth Edwards so konsequent erzählerische und genretypische Klippen, dass man nur in stiller Dankbarkeit auf die Knie sinken kann. Es gelingt ihm, die beiden jungen Menschen tatsächlich sympathisch und in ihrer Gegensätzlichkeit nachvollziehbar zu machen. Es gelingt ihm, die Romanze nicht verkitschen zu lassen und es gelingt ihm, die gesamte Reise über schlimme Klischees entweder komplett zu vermeiden oder ausreichend glaubwürdig wirken zu lassen.</p>
<p>Ein einfaches Beispiel: In einer Szene treffen die beiden Flüchtlinge auf eine Gruppe Söldner, die ihnen dabei helfen soll, die Zone zu verlassen. Mitten im Urwald stehen also ein vergleichsweise schmächtiger Fotograf und eine ausnehmend hübsche junge Frau einer Gruppe schwer bewaffneter, finsterer Gesellen gegenüber. Ich bin sicher nicht damit allein, wenn ich eine bestimmte Art von Konflikt erwarte, die dieser Situation innewohnt und somit als Spannungselement naheliegt. Dass auf derlei Eskapaden verzichtet wurde, kann angesichts der erzählerischen Trends in Film und Fernsehen gar nicht genug gelobt werden. Es sind Szenen wie diese &#8211; oder eben derer Mangel &#8211; die MONSTERS ehrlicher als jeden Mainstream und gleichzeitig weniger gewollt als diverse ARTHAUS-Attacken machen.</p>
<p>Es mag an meiner anhaltenden Vorliebe für Abenteuergeschichten liegen, an meiner aktuellen Freude an Handlungsorten abseits der Zivilisation und sicher auch am Flair von Sciene-Fiction-Geschichten mit starkem &#8211; ich nenne es mal »Realitätsbezug« &#8211; liegen. Doch MONSTERS muss sich nicht einmal darauf berufen, mit unfassbar kleinem Budget gedreht worden zu sein, um zu beeindrucken. Dieser Faktor verstärkt nur die Begeisterung, die man angesichts eines so trittsicheren Debüts empfinden sollte. Mit einem Budget von popeligen 200.000 Dollar, die man dem Film in kaum einer Sekunde ansieht, und dem ebenso mutigen wie konsequenten Vorenthalten der titelgebenden Wesen (die Alien-Sichtungen lassen sich an einer Hand abzählen) ist MONSTERS auch ein kongeniales Gegenstück zum letztjährigen DISTRICT 9, mit dem er sich nicht messen muss, erzählerisch aber voll mithalten kann.</p>
<p>Schöne Bilder, emotionales Feingefühl sowie ein wundervoller Schluss machen MONSTERS zu einem Paradebeispiel für junges, unverbrauchtes Kino abseits der zwanghaften Rebellion und Schwere anderer Produktionen. Angesichts des Publikums und der tollen Konkurrenz schaffte es MONSTERS zwar nicht in die TOP3 des diesjährigen FRESH BLOOD Wettbewerbs, einen Platz in meinem Herzen hat er jedoch redlich verdient.</p>
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		<title>Metropia.</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 10:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fantasy Filmfest]]></category>
		<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[animation]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Anfang dieser Kritik stand ursprünglich eine irrsinnig clevere Einleitung, die damit begann, dass Konversationskärtchen überflüssig seien, solange es Filme gibt, über die sich leidenschaftlich und hitzig diskutieren lässt. Abgesehen davon, dass die Überleitung ziemlich austauschbar klingt (lies: hinkt) und Gesprächsthemenwahl auf Basis vorgefertigter Stichworte grundsätzlich höchst verwerflich ist, hatte dieser Vergleich zwei Probleme: Erstens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/26/metropia/"><img class="alignnone size-full wp-image-3194" title="Metropia" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/metropia.jpg" alt="" width="180" height="256" /></a>Am Anfang dieser Kritik stand ursprünglich eine irrsinnig clevere Einleitung, die damit begann, dass Konversationskärtchen überflüssig seien, solange es Filme gibt, über die sich leidenschaftlich und hitzig diskutieren lässt. Abgesehen davon, dass die Überleitung ziemlich austauschbar klingt (lies: hinkt) und Gesprächsthemenwahl auf Basis vorgefertigter Stichworte grundsätzlich höchst verwerflich ist, hatte dieser Vergleich zwei Probleme: Erstens hielt er sich für cleverer, als er tatsächlich war. Zweitens fiel mir ein, dass ich mir die Mühe eines eloquenten Aufbaus sparen konnte, wenn ich mich statt dessen in simple Obskurität stürzte. Wie es der Zufall so will, sind dies auch die Makel, die METROPIA zu Fall bringen.<br />
<span id="more-3192"></span><br />
Kein Zweifel: Der Animationsfilm ist sehr hübsch anzusehen. Die Hingabe, die in den visuellen Stil des Films investiert wurde, ist beachtlich und sehr lobenswert, da es dem Film auf diese Weise tatsächlich gelingt, sich von dem Gros seiner Kollegen zu distanzieren. Die Optik ist demnach zweifellos METROPIAs Alleinstellungsmerkmal, was den Film vielleicht &#8211; aber auch nur vielleicht &#8211; mit RENAISSANCE vergleichbar macht. Dieser bezog seinen Charme ebenfalls aus dem Spiel mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers und wies sogar gewisse inhaltliche Parallelen auf.</p>
<p>Leider ist hinter der hochästhetischen Fassade nicht viel Substanz. Der generische Verschwörungsplot tröpfelt uninspiriert vor sich hin, und der Versuch, für die Dystopie realistisch wirkende Dialoge zu kreieren, resultiert in ebenso anstrengendem wie inhaltlosen Geschwätz, dass sich fortwährend in Fragmenten und Phrasen verliert. Daran ändern auch die prominenten Sprecher (Stellan Skarsgård, Udo Kier, Juliette Lewis) wenig. Wären da nicht die ansehnliche Präsentation, METROPIA würde nach spätestens der Hälfte untergehen. Der Effekt erinnert ein wenig an jenen, der sich bei 3D-Filmen einstellt, wenn man sich erst einmal an die Tiefenwirkung gewöhnt hat.</p>
<p>Am meisten stören jedoch jene Elemente, bei denen man nicht sicher sein kann, ob sich der Film für klüger hält, als er ist, oder &#8211; mit einem Augenzwinkern &#8211; darauf abzielt, den Zuschauer am Subtext teilhaben zu lassen, indem er diesen an die Oberfläche holt. Ein Beispiel für diese Form bewusster Banalität ist das Shampoo, dessen Verwendung die Reise des Protagonisten einläutet. Dieses trägt den Namen »D‘Angst«, was in einem dystopischen Animationsfilm ungefähr so ist, als würde man einen bleichen Hacker »E-Milk« nennen. Solche Spielereien mögen das ein oder andere Schmunzeln provozieren, festigen aber auch das Gefühl, gerade die Abschlussarbeit eines Studenten zu sehen.</p>
<p>Schlussendlich verliert METROPIA lange vor seinem uninspirierten Ende jeglichen Bewegungsmoment, was ihn zu einer bloßen Design-Studie verkommen lässt, die man sich mal ansehen kann, aber nicht im Regal stehen haben muss. Früher oder später wird der Stil vielleicht von jemandem kopiert, der dem erzählerischen Herausforderungen besser gewachsen ist.</p>
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		<title>Book of Eli.</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 11:02:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[My Dear Diorama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
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		<category><![CDATA[scifi]]></category>
		<category><![CDATA[thriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Lasst uns etwas über Subtext reden. Dass BOOK OF ELI vordergründig ein recht gefälliger, zeitgemäß düsterer und von Farbfiltern gepeinigter Endzeit-Actioner ist, der viel von seiner Stilistik bei Genregrößen wie MAD MAX und Co abgeschaut hat, sollte allgemein Konsens sein. Dass die Besetzung der Nebenrollen mit Darstellern wie Gary Oldman, Tom Waits und Ray Stevenson [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/09/02/book-of-eli/"><img class="alignnone size-full wp-image-3088" title="The_Book_of_Eli_Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/The_Book_of_Eli_Poster.jpg" alt="" width="180" height="255" /></a>Lasst uns etwas über Subtext reden. Dass BOOK OF ELI vordergründig ein recht gefälliger, zeitgemäß düsterer und von Farbfiltern gepeinigter Endzeit-Actioner ist, der viel von seiner Stilistik bei Genregrößen wie MAD MAX und Co abgeschaut hat, sollte allgemein Konsens sein. Dass die Besetzung der Nebenrollen mit Darstellern wie Gary Oldman, Tom Waits und Ray Stevenson höchst erfreulich ist, während Denzel Washington als Protagonist etwas zu blass bleibt (Ironie nicht beabsichtigt), ebenso. Während erstere mehr aus ihren Rollen machen, als das Drehbuch eigentlich her gibt, wankt letzterer charakter-, profil- und ausdrucksfrei durch die Einöde. Das mag in dieser speziellen Geschichte volle Absicht sein, ist aber trotzdem unbefriedigend, und sorgt wesentlich dafür, dass die Tristesse des öfteren in Langeweile kippt.</p>
<p><span id="more-3087"></span>Aber wie schon gesagt, dass alles liegt auf der Hand. Was den Film interessant macht, ist die Botschaft, die hinter dem massentauglichen Gepolter steht. Und die ist, mit Verlaub, bedenklich. Da eine ebenso eloquente wie kohärente Analyse Seiten füllen würde, soll an dieser Stelle nur auf einige Details eingegangen werden. Um diese konkret benennen zu können, muss an dieser Stelle eine nachdrückliche SPOILER-Warnung stehen. Wer auch nur ansatzweise plant, den Film irgendwann noch zu sehen, soll sich im Klaren sein, dass die nachfolgenden Zeilen jede Freude und Überraschung killen werden.</p>
<p>Legen wir los.</p>
<p>Zuerst die Prämisse: Ein schweigsamer Krieger schleppt nach einer Vision die vermeintlich letzte Bibel des Planeten quer durchs atomzerbombte Amerika. Dass es sich um die Bibel handelt, war und ist kein Geheimnis und dient natürlich als Grundlage der folgenden Gedanken. Was an dieser Stelle als Randnotiz aufgeführt sein soll: Die Vision dieses Kriegers bekommt der Zuschauer nicht zu sehen. Dies ist eines der vielen Elemente, die für sich genommen vollkommen plausibel und erzählerisch legitim sind, in Kombination mit den anderen Aspekten aber einen komischen Beigeschmack erhalten.</p>
<p>Das der »blinde Gehorsam«, der dem Zuschauer auf diese Weise und in doppeltem Sinne vermittelt wird, sogar wörtlich zu nehmen ist, hebt sich das Drehbuch natürlich für den Schluss auf.  Der Protagonist ist nämlich blind. Über diesem großen Aha-Effekt könnte man fast vergessen, wie unglaubwürdig viele Teile der Geschichte dadurch werden. Natürlich versucht das Drehbuch, die Enthüllung zu legitimieren. Plötzlich wird klar, warum der Protagonist nie seine Sonnenbrille absetzte, und warum er niemand seine Bibel sehen lassen wollte, die nämlich eine Ausgabe in Blindenschrift ist. Trotzdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass er auf diese Weise endgültig zu einem heiligen Überkrieger verkommt, einem Superjedi, was seine Position als »Auserwählter«, bekanntermaßen ein zutiefst religiöses Motiv, betoniert.</p>
<p>Dieser blinde Kriegerprophet schleppt also eine Bibel durch Amerika, nach WESTEN, wohlgemerkt, wie er nicht müde wird, zu betonen. Auf dem Weg trifft er einen manipulativen, skrupellosen Gangsterboss, der sich zum Herren einer Stadt aufgeschwunden hat, und der manisch nach der Bibel sucht, da sie in seinen Augen eine Waffe darstellt, mit der sich die Massen mobilisieren und zu allem bewegen lassen, was ihnen ein Normalsterblicher niemals erfolgreich abverlangen könnte.</p>
<p>Dieser Gangsterboss scheitert natürlich in seinem Vorhaben, und nach einer mainstreamigen Krawallorgie, in der nicht wenige das Zeitliche segnen, liefert der Krieger seine Bibel (in leicht veränderter Form) auf einer Insel ab, auf der ein Kollektiv haust, das sich dem Erhalt des kulturellen Erbes der untergegangenen Zivilisation verschrieben hat. Dieses Kollektiv beginnt dann auch umgehend, die Bibel, rekonstruiert aus den Erinnerungen des Wanderers, neu aufzulegen.</p>
<p>Diese letzten 10 Minuten des Films sind nun, worauf ich am deutlichsten hinweisen möchte. Die haben es nämlich in sich.</p>
<p>Zum einen ist da der Grundargwohn. Ich will nicht behaupten, dass es allgemein so ist, doch ein beliebter rhetorischer Trick von Anwerbern jeder Couleur ist es, auf Kritikpunkte einzugehen, deren Richtigkeit bis zu einem gewissen Grad einzuräumen und dann, nachdem man sich das Vertrauen seines Gesprächspartner und den Status eines rational denkenden Menschen ergattert hat, darauf überzuleiten wie und warum man (der Anwerber bzw. wofür er einsteht) nun anders und viel besser sei, und warum die Kritiker ja nur nicht sehen, wie gut und sinnvoll die Sache ja eigentlich ist, für die man einsteht. Simpler Trick, doch durchaus effektiv.</p>
<p>Genau solch eine Konstellation findet sich hier. Die Geschichte, die hier als Anwerber zu sehen ist, räumt ein, dass es Menschen gibt (der Gangsterboss), die ein Buch wie die Bibel für ihre niederen, schlimmen Zwecke missbrauchen könnten und würden. Damit wird demonstriert, dass man sich der Gefahren religiös fundierter Macht bewusst ist. Im selben Gespräch, also der gleichen Geschichte, wird dann aber demonstriert, dass ein wahrer Gläubiger die Bibel zu jenen bringt, die sie für hehre Ziele verwenden. In diesem Fall bedeutet dies, die Bibel jedem zugänglich zu machen, also sie frei unter dem verbliebene Volk zu verteilen. Das ist übrigens das Happy End des Films: Alle werden eine Bibel bekommen. Man sieht sogar in einer der letzten Einstellungen, wie die Bibel in der neu gebauten Druckpresse vom Band rollt. Toll, nicht wahr? Fehlen nur die Konfetti werfenden Fundamentalisten.</p>
<p>Interessant dabei ist, dass sogar erwähnt wird, dass sämtliche anderen Exemplare nach dem Krieg vernichtet wurden. Zu dem Zeitpunkt, wo dies erwähnt wird, klingt es wie eine Legitimation des MacGuffin, den die Bibel erzählerisch darstellt. Man darf sich aber auch fragen, ob das in jener Wirklichkeit vielleicht seinen Grund hatte. Denn über die Ereignisse und Faktoren, die letztlich zum Atomkrieg führten, schweigt sich der Film beharrlich aus. Man darf wohl  sagen: Wenn die Menschheit nach einem Krieg, der die Welt an den Rand ihrer Bewohnbarkeit brachte, so verbissen nach Bibeln suchte, dass tatsächlich alle erreichbaren Exemplare vernichtet wurden &#8211; dann hatten diese Leute wahrscheinlich eine verdammt gute Motivation dafür.</p>
<p>Ich mag mir nicht verkneifen, auf die Ironie hinzuweisen, dass es ausgerechnet Malcolm McDowell ist, der das Kollektiv anführt. Ausgerechnet der Mann, der in vielen Filmen seiner Karriere einen Bösewicht, Finsterling oder Psychopaten spielte, leitet die Enklave, welche die Bibel wieder in die Welt bringt. Entweder jemand hatte hier Sinn für Humor, oder es ist jenen, die hinter dem religiös-verklärten Ende stehen, einfach nicht aufgefallen.</p>
<p>Auch dass Amerika mal wieder synonym für die gesamte Welt steht, muss wohl nur am Rande erwähnt werden. Was mit den anderen Ländern und Kontinenten des Planeten passiert ist, interessiert ebenso wenig wie die menschenverachtende Einstellung des Kriegers und seiner Retter. Aber Gewalt, damit hat das Publikum ja kein Problem, solange Gut und Böse klar definiert sind. In diesem Kontext ließe sich auch darüber streiten, wie »nihilistisch« dieser Endzeit-Streifen tatsächlich ist. In einer Welt, in der sich jeder der Nächste ist, sind es doch wieder nur die Degenerierten und Verdorbenen, die Böses tun. Der Rest ist entweder Held, Opfer oder gesichtslose Masse. Gerade mal in einer Szene darf der Protagonist durch unterlassene Hilfeleistung negativ auffallen, ansonsten ist er so höflich und genügsam wie ein Mönch. Womit wir auch bei der Bezeichnung wären, die Washingtons Figur tatsächlich verdient.</p>
<p>Abschließend möchte ich betonen: Ich halte mich nicht für besonders clever, diese Faktoren erkannt und auf obige Weise ausgelegt zu haben. Sie sind für jeden frei ersichtlich. Ich möchte auch keinesfalls wie ein Verschwörungstheoretiker klingen. Jeder Aspekt ist für sich genommen unbedenklich. Doch deren Kombination befremdet. Auch wenn man sich mehr vor dem ängstigen sollte, das man NICHT bemerkt, kann man doch einen faden Beigeschmack verspüren, wenn solche Konnotationen so nah unter der Oberfläche treiben.</p>
<p>Auf den allerersten Blick unterscheidet sich BOOK OF ELI oft nicht von seinen Genrekollegen. Nur sitzt der Teufel bekanntlich im Detail, und allein der Vergleich mit den Urvätern neuzeitlicher Endzeit zeigt, wo hier lediglich Form und Etikette gewahrt wurden. Es spricht nichts dagegen, einen Film über Religion zu machen, oder einer Geschichte einen religiösen Beiklang zu verpassen (siehe SIGNS), wenn dies im Sinne des Themas steht. Auch kaschiert BOOK OF ELI seine religiösen Tendenzen nicht, wie man schon an den Poster-Sprüchen »Deliver US« und »Religion is power« erkennen kann. Doch ist es immer noch die Frage nach dem »Wie?«, bei der sich die falschen Fuffziger als solche entpuppen.</p>
<p>Die Frage, welche man sich bei LEGION im Scherze stellen mag, wird bei BOOK OF ELI somit bitterer Ernst: Wer hat diesen Film finanziert? Waren sich die Investoren dessen bewusst, um was für ein religiös verklärtes Machwerk es sich handelt? BOOK OF ELI grenzt trotz &#8211; oder wie man so sagt, gerade &#8211; wegen seiner Unterhaltungswerte an Propaganda, und diese wirft bei einem solch eklatanten Mangel an Zwischentönen und ehrlicher Selbstreflektion einen Schatten, aus dem der Film nicht mehr heraus kommt. Denn das scheinen die neuen, alten Helden zu sein: Skrupellose Krieger, die haufenweise Ungläubige in den Staub schicken, selbst jedoch keine Laster haben und keine zwei Meter weit denken, was die Schicksale der Menschen betrifft, die sie in seinem Fahrwasser zurücklassen. Dann sollten künftig auch Videospiele unbedenklich sein, solange das Inventar eine Bibel enthält.</p>
<p>BOOK OF ELI ist durchaus unterhaltsam. Bemerkenswert ist jedoch nur, wie fragwürdig er ist. Und dementsprechend lautet auch das wohlverdiente Prädikat: bedenklich.</p>
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