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	<title>The AcidBar &#187; thriller</title>
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	<description>...schreibt Romane, Kurzgeschichten, Fast Fiction und alles, wozu er sonst noch Worte findet. Wenn es drauf ankommt, fehlen sie dann.</description>
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		<title>Cargo.</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 12:35:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Stell Dir vor, du fliegst ins All, und langweilst dich zu Tode.« So könnte der Slogan eines Films über die Folgen anhaltender Isolation bei Raumfahrern lauten. In diesem Fall beschreibt es leider in erster Linie den Film selbst, weniger dessen Handlung.
Der Start der Reise gerät noch halbwegs interessant. Regisseur und Co-Autor Ivan Engler verstand das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/06/06/cargo/"><img class="alignnone size-full wp-image-2863" title="Cargo" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/cargo1.jpg" alt="" width="180" height="252" /></a>»Stell Dir vor, du fliegst ins All, und langweilst dich zu Tode.« So könnte der Slogan eines Films über die Folgen anhaltender Isolation bei Raumfahrern lauten. In diesem Fall beschreibt es leider in erster Linie den Film selbst, weniger dessen Handlung.</p>
<p>Der Start der Reise gerät noch halbwegs interessant. Regisseur und Co-Autor Ivan Engler verstand das Beste aus dem überschaubaren Budget zu machen und eröffnet sein Zweitwerk mit Space-Porn allererster Güte. Eine gigantische Raumstation, auf der fast die komplette, verbliebene Menschheit beheimatet ist, dreht sich glitzernd im All. Aus einer TV-Sendung und Werbetrailern erfährt der Zuschauer vom Elend unserer Erde, die längst nicht mehr bewohnbar ist, sowie der Existenz eines neuen Planeten, der jedoch nur den Glücklichen und Reichen Unterschlupf gewährt.</p>
<p><span id="more-2861"></span></p>
<div id="attachment_2870" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/cargo03.jpg" rel="lightbox[2861]"><img class="size-full wp-image-2870" title="Was Kälteschlaf betrifft, ist Gel ja mittlerweile state of the art. Es kühlt - und formt die Haare." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/cargo03.jpg" alt="" width="460" height="233" /></a><p class="wp-caption-text">So fühlt man sich also als Zahnpasta.</p></div>
<p>In den folgenden Minuten schimmert mit der Einführung der Protagonistin erstmals durch, was CARGO trotz der beachtlichen Effekte letztlich immer wieder als Indie-Produktion demaskiert. Gestus, Dialoge und Sprechweise der Hauptdarstellerin wirken wie in vielen jungen, deutschsprachigen Produktionen eigenartig steif und aufgesetzt, was sich nicht zwangsläufig bzw. allein mit mangelnder Erfahrung erklären lässt. Auch die Motivation der Protagonistin, auf dem Frachtschiff anzuheuern, welches den Großteil der Laufzeit über Schauplatz der Handlung sein wird, könnte direkt aus einem Übungsbuch in Drehbuchschreiben übernommen worden sein und lässt bereits deutlich erahnen, wohin die erzählerische Reise geht.</p>
<p>Für eine Weile gelingt es dem Ambiente, allen voran den gekonnt präparierten und eingefangenen Kulissen, davon abzulenken. Mit den ersten Andeutungen einer fremden Präsenz an Bord wird auch der vom Trailer geweckte Eindruck bestätigt, dass Engler irgendwie auch gerne einen neuen ALIEN drehen oder diesem Klassiker zumindest huldigen möchte, denn die dunklen Gänge des gigantischen Raumfrachters schaffen exakt jene klaustrophobische Atmosphäre, die jeder Filmfan mit der Nostromo assoziiert. Verstärkt wird der Effekt durch die kleine Crew, die in Zusammenstellung, Charakterzeichnung und Grundstimmung dem geistigen Vater kaum ähnlicher sein könnte.</p>
<p>Wenig später deutet sich jedoch bereits an, was letztendlich den zentrale Mangel des Films bildet. Man beginnt zu ahnen, dass CARGO nicht liefern wird, was er an Erwartungen weckt. Sobald erahnbar wird, was sich an Bord befindet, verfällt der Film in einen erzählerischen Kälteschlaf und verliert jeglichen Bewegungsmoment &#8211; ein Todesstoß für die Stimmung. Ab diesem Moment ändern auch ein paar ansehnliche CGI-Sequenzen, ein wenig wohldosierte Action und die grundsätzlich saubere Inszenierung wenig an der schleichenden Langeweile, die sich  unweigerlich beim Zuschauer breitmacht. Besonders fatal dabei ist, dass genau jene Szenen, die eindeutig Höhepunkte darstellen sollen, auf ganzer Linie enttäuschen.</p>
<div id="attachment_2866" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/cargo02.jpg" rel="lightbox[2861]"><img class="size-full wp-image-2866 " title="Schnappschuss aus dem &quot;Writers Room&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/cargo02.jpg" alt="Schnappschuss aus dem &quot;Writers Room&quot; von CARGO." width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Als ihm klar wurde, dass man im Weltall als Kapitän nicht &quot;mit seinem Boot untergehen&quot; konnte, wusste Ernst Groebe, dass seine Tage gezählt waren.</p></div>
<p>Gegen Ende wird es dann plötzlich rasant. Als hätten sich die Drehbuchautoren darauf besonnen, dass sie doch eigentlich eine Geschichte erzählen wollten, gibt das Drehbuch unvermittelt vollen Schub und donnert durch ein Ende, dass einem anderen Film gut gestanden hätte, wenn es nicht &#8211; wie hier &#8211; vollkommen übereilt und gehetzt durchgenudelt werden würde. Die plötzliche, aufgesetzte Dramatik erschreckt mehr, als das sie unterhält, und ohne ausreichende emotionale Basis verglüht die nette, leider aber auch sehr abgedroschene Aussage lange bevor Sie beim Zuschauer zu anzudocken vermag.</p>
<p>Dass CARGO in seiner Gesamtheit unbefriedigend wirkt, liegt weniger an den unvermeidbaren Logikmängeln, gegen die sich das Drehbuch mit klassischen Tricks weitgehend abzusichern verstand, sondern mehr an dem Gefühl, Zeuge eines Experiments geworden zu sein, dass ungewollt das volle Ausmaß seiner Schwächen offenlegte. Zwei abgedroschene Themen zu verschmelzen, um etwas Neues zu schaffen, muss, wenn es nicht gelingt, unweigerlich in einer Potenzierung von Vorhersehbarkeit und Unwillen enden.</p>
<p>Es ist erfreulich, dass in den letzten Jahren wieder zunehmend »echte« Science-Fiction Filme gedreht werden. Dass man CARGO handwerklich kaum ansieht, wie viel er gekostet haben mag, und die Atmosphäre in der ersten Hälfte überhaupt Erinnerungen an Größen wie ALIEN weckt, macht Engler auf jeden Fall zu einem soliden Regisseur. Nur das Drehbuchschreiben sollte er anderen überlassen &#8211; oder weniger Leute mit einbeziehen, wie die 5 Namen in den ausführlichen Credits nahe legen.</p>
<p>Fazit:</p>
<p>CARGO ist wie eine talentlose Stripperin mit wenig »drunter«. Nach etwa einer halben Stunde beginnt dem Zuschauer zu dämmern, dass der Film nichts mehr zu zeigen hat, bzw. dass das, was einen erwartet, nicht halb so interessant sein wird, wie der Trailer hoffen ließ. Regisseur und Co-Autor Ivan Engler merkt dies leider erst 20 Minuten vor Schluss, woraufhin das Geschehen ebenso abrupt wie uninspiriert zu einem fulminanten Finale hochgepeitscht wird, dass sich nicht nur vollkommen von der bislang aufgebauten Atmosphäre verabschiedet, sondern zu allem Überfluss auch noch angestrengt bedeutungsschwanger und moralbeladen daher kommt. Dass der finale Kniff schon nach der ersten Hälfte absehbar war, stört da noch am wenigsten. Dass auf dem Weg von der Andeutung zur Auflösung so wenig Spannung und Unterhaltungswerte vermittelt werden kann, hingegen sehr.</p>
<p>Weniger trashig als der kürzlich erschienene PANDORUM, aber erzählerisch kaum anspruchsvoller und definitiv nicht unterhaltsamer. Weniger als ein Jahr nach MOON und mit einer langen Liste themenverwandter Filme reicht das nicht für eine Empfehlung.</p>
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		<title>Splice.</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 18:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt.
Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur dürfte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/05/04/splice/"><img class="alignnone size-full wp-image-2752" title="SPLICE Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice1.jpg" alt="" width="180" height="240" /></a>Vinceno Natali ist, wenn man so will, ein Lieblingsonkel der Sci-Fi-Mystery-Nerds. Man sieht zu wenig von ihm, sowohl als Person als auch von seinem Schaffen, um einen näheren Verwandtschaftsgrad herauf zu beschwören, freut sich aber stets, wenn er mit einem neuen Werk zu Besuch kommt.</p>
<p>Selten sind sie leider auch, die Besuche, denn als Regisseur dürfte er bislang nur mit drei Werken einem breiteren Publikum bekannt sein &#8211; wobei »breit« hier ein relativer Begriff ist, denn bislang schaffte nur (der später mit zwei unsäglichen Fortsetzungen gestrafte) CUBE den Sprung ins Programm der Mainstream-Kinos. Der feine, intelligente Sci-Fi-Agentenfilm CYPHER (2002) kam kaum über Festivals hinaus und verdankte die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde, mehr der hübschen DVD-Hülle als der Presse, die ihn weithin ignorierte. Der wundervoll abgedrehte, schwarzhumorige NOTHING wurde schon fast nicht mehr wahrgenommen und als DVD schnell zu Niedrigpreisen verramscht.</p>
<p>Das alles fördert zwar in gewissem Sinn die kultige Aura, die Natalis Schaffen umgibt, verlangt den Fans aber auch einige Geduld ab. Sechs Jahre nach NOTHING, von denen drei in die Entwicklung von SPLICE gesteckt wurden, darf man sich zu Recht fragen, ob sich das Warten gelohnt hat. Und wie es mit Erwartungen so ist, neigen sie in dazu, unfaire Ausmaße zu erreichen. Der Onkel ist aus dem Exil zurück, doch kann das, was er mitbringt, überzeugen?</p>
<p><span id="more-2751"></span></p>
<div id="attachment_2754" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice2.jpg" rel="lightbox[2751]"><img class="size-full wp-image-2754 " title="Viva Piñata!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice2.jpg" alt="" width="460" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">Die Jugend von heute ... hängt nur noch faul rum.</p></div>
<p>Splice ist, das muss man der Antwort vorausstellen, ein Genrefilm für Genrepublikum. Das bedeutet, dass er nicht versucht, ein Genre salonfähig zu machen, das seit Jahren &#8211; durchaus gerechtfertigt &#8211; ein Nischendasein fristet. Es bedeutet aber auch, dass man ihn daran messen muss, was er dem Genre abgewinnt, wo er Wagnisse eingeht, die andere Vertreter missen lassen und die ausgetretenen Pfade zugunsten guten Storytellings verlässt.</p>
<p>Das alles klingt wie eine Rechtfertigung, wie die Einleitung zu einer Verteidigungsrede. So ist es aber nicht gemeint, denn SPLICE hat dergleichen nicht nötig. Natali zeigt einmal mehr, wie intelligent und bodenständig Genrekino sein kann. Er kreiert eine Welt, die in sich so stimmig und glaubwürdig ist, dass man als Filmfan echte Anerkennung empfinden muss. Mit wenigen Mitteln, zu denen auch die beiden gut besetzten Hauptdarsteller Adrien Brody und Sarah Polley gehören, konstruiert er eine Wirklichkeit, die so klein und hermetisch wirkt, dass man sich kaum vorstellen kann, dass außerhalb dieser noch eine andere Normalität existieren soll. Das dies ohne aufgesetzten Surrealismus funktioniert, macht SPLICE auch atmosphärisch interessant. Der Mikrokosmus verströmt, ähnlich wie in CYPHER, die Behaglichkeit einer Petrischale, mit dem Unterschied, dass die von SPLICE bereits Kulturen enthält, die dem Geschehen schmutzverkrustete Ränder bescheren. Das Ergebnis ist nicht ganz so antiseptisch, aber noch immer auf unterschwellige Weise irritierend.</p>
<p>In diesem Rahmen wirkt die Geschichte um ein Forscherpaar, deren illegales Genexperiment ein humanoides Wesen, eine neue Lebensform, hervorbringt, fast wie eine Parabel, so als hätte man Kafkas Der Prozess die Türhüterlegende »Vor dem Gesetz« entnommen und eigenständig verfilmt. Dieser Effekt rückt quasi automatisch die Metaebenen ins Bewusstsein des Zuschauers und lenkt die Aufmerksamkeit auf die omnipräsente Symbolik, mit der Themen wie Elternschaft und Familie, sowie klassische Frankenstein-Motive, in die Handlung eingewoben werden. Dass dies auf einer sehr einfach erfassbaren, quasi greifbaren Ebene von statten geht, ist dem Film auch eher als Leistung denn als Schwäche zu akkreditieren, will er doch bei all den Ideen nicht die Unterhaltung vergessen.</p>
<p>Man merkt, ich bin nicht wirklich objektiv. Frei von Makel und Verirrung ist dieses Experiment natürlich nicht. Der Film bietet quasi auf keiner Ebene echte Andockpunkte für das geldbringende Normalpublikum. Und auch das Genrepublikum wird, der gewohnten Kost beraubt, Schwierigkeiten haben, Zugang zu der Geschichte zu finden. Für gutes Entertainment ist SPLICE zu verkopft, für Programmkino-Publikum mehr als nur einen Zacken zu derb und effektreich. Auch kann nicht bestritten werden, dass die Geschichte zum Ende hin etwas entgleist, und eine unerwartete Intensivierung von Gewalt und Action, die in den schlechten Momenten wie aus einem anderen Film entnommen scheint, das Geschehen in jene störenden Verhaltensmuster driften lässt, die man vom Genre gewohnt ist. Mit viel Liebe kann man darin Konsequenz sehen, wie auch ein weiteres Motiv, ohne das ein solcher Themenkomplex unvollständig wäre &#8211; die Inszenierung geriet aber eindeutig zu hektisch, um uneingeschränkt zu überzeugen.</p>
<p>Am Ende muss man auch als »Verwandter« eingestehen, dass SPLICE in seiner Endfassung die drei Jahre Pause nicht ganz rechtfertigt. Der Film, der angeblich häufig umgeschnitten wurde, liegt nicht über den Niveau eines CYPHER, und wird Natali somit auch nicht massiv weiterbringen. Angesichts seiner Filmographie muss man sich aber fragen, ob dies überhaupt ein Wunsch des Regisseurs ist. Vielleicht, so darf man hoffen, will Natali genau das tun: Filme machen, die genug Geld bringen, um die kommenden Projekte zu finanzieren, und die zeigen, welches Niveau fantastische Geschichten haben können, wenn man sie clever erzählt. Wenn das dann Filme sind, bei denen man nicht der Einzige im Publikum ist, dem ein (wissendes) Lächeln über das Gesicht huscht, wenn David Hewlett auf der Leinwand erscheint, dann soll es halt so sein.</p>
<p>Einem Regisseur, der sich so treu bleibt, darf man auch mal gehobenes Mittelmaß verzeihen.</p>
<p><em>Anmerkung: Falls jemand, der den Film gesehen hat oder zu sehen  plant, Filmwissenschaften oder Ähnliches studiert, soll der die beiden  Hauptdarsteller (bzw. deren Aussehen) mit den Figuren vergleichen, die  das Poster des kürzlich erschienenen Animationsfilms »Sonnig mit  Aussicht auf Fleischbällchen« zieren (<a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/splice3.jpg" rel="lightbox[2751]">Bild hier, auch noch in der passenden Vorstellung</a>). </em><em>Ich bin sicher, das hat Potenzial für eine Hausarbeit.</em></p>
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		<title>Tödliches Kommando. / The hurt locker.</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 00:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was für eine Rezeptur: Die letzten Tage eines Bombenräum- kommandos im Irak, in gut 2 Stunden zusammengefasst. Keinerlei Handlung, die den Namen verdient hätte, bis auf wenige, kurzlebige Nebenfiguren kaum einprägsame Charaktere und eine stellenweise semi-dokumentarische, oftmals billig wirkende Kameraführung &#8211; ideale Voraussetzungen für einen inhaltsleeren, langweiligen Streifen, dessen Bestimmung die Grabbelkisten der Discounter sind.

Umso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/02/12/the-hurt-locker/"><img class="alignnone size-full wp-image-2696" title="The hurt locker Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_0.jpg" alt="" width="105" height="163" /></a>Was für eine Rezeptur: Die letzten Tage eines Bombenräum- kommandos im Irak, in gut 2 Stunden zusammengefasst. Keinerlei Handlung, die den Namen verdient hätte, bis auf wenige, kurzlebige Nebenfiguren kaum einprägsame Charaktere und eine stellenweise semi-dokumentarische, oftmals billig wirkende Kameraführung &#8211; ideale Voraussetzungen für einen inhaltsleeren, langweiligen Streifen, dessen Bestimmung die Grabbelkisten der Discounter sind.</p>
<p><span id="more-2693"></span></p>
<div id="attachment_2697" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_1.jpg" rel="lightbox[2693]"><img class="size-full wp-image-2697" title="Trotz stillgelegtem Gleis fühlte er sich 5 Minuten später wie vom Zug überrollt." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_1.jpg" alt="" width="460" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">Worst. catwalk. ever.</p></div>
<p>Umso erstaunlicher, was den Zuschauer tatsächlich erwartet. Hinter dem unglücklich übersetzten B-Movie-Titel verbirgt sich in Wirklichkeit der effektivste Actionthriller seit Langem. Regisseurin Kathryn Bigelow und Drehbuchautor Mark Boal ist das Kunststück gelungen, einen erzählerisch ungemein banalen Stoff so effektiv zu inszenieren, dass man über zwei Stunden gebannt auf dem Sofarand hockt und den Blick kaum vom Geschehen zu lösen vermag. Dabei werden ausschließlich und episodenhaft einzelne Einsätze aneinandergereiht, deren Eindringlichkeit und Intensität aber zu keiner Sekunde unter den genannten Absenzen leiden. Im Gegenteil, die Atmosphäre allgegenwärtiger Bedrohung sowie die grauenvolle, unvorhersehbare Beliebigkeit von Tod und Gewalt erreichen auf diese Weise ein Niveau, den beinahe der Sprung zum Doku-Drama gelingt, wird doch der Alltag des Bombenentschärfungskommandos auf abstrakte Weise greifbar.</p>
<p>Negativ zu verbuchen bleibt lediglich die Wackelkamera, die oftmals unnötig scheint. Als Entschädigung gibt es noch zwei bekannte Gesichter in Kleinstrollen, von denen zwar nur eine Daseinsberechtigung hat, aber beide erfreuen dürften. Fans werden die Auftritte zu knapp bemessen finden, angesichts der wenigen Zeit, die der Plot den Hauptfiguren widmet, ist es jedoch nur konsequent, sich auch hier aufs Wesentliche zu beschränken.</p>
<p>Ein Meisterwerk des Suspense-Kinos, dem hoffentlich in Videotheken ein nachhaltigerer Erfolg beschieden ist, als die Präsentation hinsichtlich Titel, Packung (nicht die oben  gezeigte) und Trailer verdient.</p>
<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_2.jpg" rel="lightbox[2693]"><img class="alignnone size-full wp-image-2698" title="Hurt Locker Poster Art" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/hurt_locker_2.jpg" alt="" width="423" height="604" /></a></p>
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		<title>The international.</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 14:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine einfache Methode, nach der sich die Qualität eines actionbetonten Films beurteilen lässt, ist, an welche Szenen man sich nach einigen Wochen oder Monaten noch erinnert. In zweiter Instanz gilt es zu unterscheiden, ob deren Einprägsamkeit aus der Handlung oder lediglich aus der gezeigten Action resultiert. Wie viele Momente aus TERMINATOR 2 bleiben bis heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2010/01/03/the-international/"><img class="alignnone size-full wp-image-2646" title="The International" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_1.jpg" alt="The International" width="104" height="155" /></a>Eine einfache Methode, nach der sich die Qualität eines actionbetonten Films beurteilen lässt, ist, an welche Szenen man sich nach einigen Wochen oder Monaten noch erinnert. In zweiter Instanz gilt es zu unterscheiden, ob deren Einprägsamkeit aus der Handlung oder lediglich aus der gezeigten Action resultiert. Wie viele Momente aus TERMINATOR 2 bleiben bis heute unvergessen? Was beeindruckte an ALIENS? Wie detailliert könnte man STIRB LANGSAM nacherzählen &#8211; und wie viel Nacherzählungspotential hatte TRANSFORMERS?</p>
<p><span id="more-2644"></span></p>
<div id="attachment_2647" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_2.jpg" rel="lightbox[2644]"><img class="size-full wp-image-2647 " title="Nur noch ein Augenblick, dann fordert die Bananenschale des Terrors ein weiteres Opfer..." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_2.jpg" alt="Nur noch ein Augenblick, dann fordert die Bananenschale des Terrors ein weiteres Opfer..." width="460" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Manchmal kriegt man sie, die Straßenbahn, und manchmal...</p></div>
<p>THE INTERNATIONAL besitzt bestenfalls ein halbes Dutzend erinnerungswürdiger Szenen. Die ersten fünf Minuten, ein späteres Attentat, ein ausuferndes Feuergefecht im Guggenheim-Museum und der Showdown auf den Dächern von Istanbul. Viel mehr bleibt nicht hängen. Jedenfalls nicht von der Geschichte, die den Konspirations-Zug erst auf Volldampf bringt, nur um dann unbemerkt auf einen anderen zu springen, und sich fortan mit durchschnittlicher Actionkost zu begnügen. Warum man Komplexität suggerieren will, wenn man sie später nicht ergründet, bleibt ebenso unverständlich, wie der Plot es auf diese Weise zwangsläufig werden muss.</p>
<p>Versöhnlich stimmen die Hauptdarsteller. Clive Owen und Naomi Watts nudeln zwar ihr Standard-Repertoire herunter, wirken jedoch stilsicher genug, um damit zu überzeugen. Wer die beiden Darsteller mag, bekommt ausreichend Mienenspiel und Eye-Candy geboten, um über die Irrelevanz ihres Handelns hinwegzusehen. Armin Müller-Stahl liefert ebenfalls einen Aufguss von Bekanntem und wirkt stellenweise von Cronenbergs EASTERN PROMISES abgepaust.</p>
<div id="attachment_2648" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_3.jpg" rel="lightbox[2644]"><img class="size-full wp-image-2648 " title="Ihre Erfahrung als Profilerin sagt ihr, dass der Täter schlampig ist, aber lesen kann." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/the-international_3.jpg" alt="Ihre Erfahrung als Profilerin sagt ihr, dass der Täter schlampig ist, aber lesen kann." width="460" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">Die BILD-Zeitung wegwerfen? Was für ein Unmensch würde so etwas tun?</p></div>
<p>Tom Tykwers THE INTERNATIONAL ist beileibe kein schlechter Film. Er unterhält über weite Strecken souverän und gleicht seine Geschwindigkeit auf interessante Weise dem an, was man vom durchschnittlichen Kinopublikum an einem Samstagabend an Geduld erwarten darf. Heimkinogänger, die mehr Aufmerksamkeit mitbringen, sollten sicherstellen, dass gerade keine vielversprechenderen Alternativen verfügbar sind. Da sich das Genre im vergangenen Jahr nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, kann THE INTERNATIONAL mit der entsprechenden Erwartungshaltung wenigstens als Füllfilm dienen.</p>
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		<title>New Town Killers.</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 16:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Großstadt-Teenager Jamie (Alastair Mackenzie) steht mit einem Bein in der Gosse. Er lebt mit seiner älteren, kaum lebensfähigen Schwester in einem kleinen, miesen Appartement in einem der Wohnblockghettos am Rande von Edinburgh. Kein Job, keine Perspektive, keine Zukunft jenseits der nächsten, verzweifelt durchfeierten Party.
Als er erfährt, dass seine Schwester bis zum Hals in Schulden steckt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/09/12/new-town-killers/"><img class="alignnone size-full wp-image-2527" title="New Town Killers" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/new-town-killers-0.jpg" alt="New Town Killers" width="104" height="154" /></a>Großstadt-Teenager Jamie (Alastair Mackenzie) steht mit einem Bein in der Gosse. Er lebt mit seiner älteren, kaum lebensfähigen Schwester in einem kleinen, miesen Appartement in einem der Wohnblockghettos am Rande von Edinburgh. Kein Job, keine Perspektive, keine Zukunft jenseits der nächsten, verzweifelt durchfeierten Party.<br />
Als er erfährt, dass seine Schwester bis zum Hals in Schulden steckt, die sie in unmittelbarer Zukunft durch Drogenschmuggel abarbeiten soll, macht sich blanke Verzweiflung in ihm breit. Da kommt das Angebot, das er unvermittelt auf einer Restauranttoilette von zwei gelackten Bankern (Dougray Scott und Alastair Mackenzie) erhält, gerade recht: Wenn er es schafft, sich eine ganze Nacht vor Ihnen zu verstecken, ohne dass sie ihn kriegen, erhält er als Belohnung exakt jene Summe, die er braucht. Widerwillig und mangels Alternativen nimmt er an. Dass die Sache nicht koscher und die Übereinstimmung von aktuellen Umständen und versprochener Summe verdächtig ist, wird ihm in ihrem vollen Ausmaß wieder bewusst, als er wirklich versteht, was die beiden mit »kriegen« eigentlich meinen.<br />
<span id="more-2522"></span></p>
<div id="attachment_2521" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/new-town-killers-1.jpg" rel="lightbox[2522]"><img class="size-full wp-image-2521" title="Aufgrund steigender Glaspreise: Erster Bodyguard für Fenster im Einsatz!" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/new-town-killers-1.jpg" alt="Was die Vermieter einem heutzutage als Balkon verkaufen wollen, ist echt ein Witz." width="460" height="273" /></a><p class="wp-caption-text">Was die Vermieter einem heutzutage als Balkon verkaufen wollen, ist echt ein Witz.</p></div>
<p>Sie gehen in der Dauerbeschallung der Blockbuster-Werbung viel zu häufig unter: Die kleinen, smarten Filme, wie sie insbesondere die britische, irische und kanadische Filmindustrie in den vergangenen Jahren zunehmend hervor gebracht hat. Man darf fast sagen, dass diese Länder heute die Rolle einnehmen, die in den 90ern der französische Film innehatte, aus dessen Richtung in letzter Zeit aber zu viel konventionelle Krimi-Kost herüber schwappte.</p>
<p>NEW TOWN KILLERS ist ein gutes Beispiel für beschriebene Importware: Ein aufs Wesentliche beschränkter, in 90 Minuten problemlos erzählbarer Stoff, ein kleines aber klug gecastetes Darstellergrüppchen und ein überschaubares Budget, von dem mehr in den Soundtrack geflossen sein könnte als in Ausstattung und andere Produktionswerte.<br />
Das Ergebnis ist eine höchst ansehnliche, rasant inszenierte Hatz, die den Figuren zwar kein breites emotionales Spektrum und keine charakterliche Tiefe abverlangt, aufgrund des hohen »Was würde ich tun«-Faktors und der hohen »Greifbarkeit« von Ort und Atmosphäre über die volle Laufzeit zu fesseln weiß.</p>
<p>Leider entgleist Drehbuch und Regisseur das Ende. Der Showdown wirkt erzwungen und büßt durch Inhalt und Ausstattung eben jene Glaubwürdigkeit ein, die ihm zuvor zum Vorteil gereichte. So haftet der finalen Konfrontation der beiden Hauptdarsteller der Mief einer TV-Produktion an, die im Abendprogramm von ARD und ZDF besser aufgehoben wäre als auf der großen Leinwand. Das ist schade, glücklicherweise aber nicht so nervtötend, dass die Freude über die voran gegangene Stunde in einem Maß gemindert würde, welches den positiven Gesamteindruck wesentlich schmälert.</p>
<div id="attachment_2524" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/new-town-killers-2.jpg" rel="lightbox[2522]"><img class="size-full wp-image-2524" title="Was ein echter Trinker ist, der verteidigt seine Weine bis aufs Blut." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/new-town-killers-2.jpg" alt="Heul ruhig. Ist doch ein Weinkeller." width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Heul ruhig. Ist doch ein Weinkeller.</p></div>
<p>NEW TOWN KILLERS kann von Musikjunkies, INTRO-Lesern und anglophilen Thrillerfans bedenkenlos besucht, ausgeliehen oder gekauft werden. Für den Handlung und Beweggründe stärker hinterfragenden Rest gibt es die Schulnote 2 mit einem kleinen, aber fett gedruckten Minus dahinter.</p>
<p>Interessant ja, brillant nein.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>In the electric mist.</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 16:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/09/12/in-the-electric-mist/"><img class="alignnone size-full wp-image-2534" title="In the electric mist" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-0.jpg" alt="In the electric mist" width="104" height="142" /></a>Die Leiche einer Prostituierten wird im Sumpf nahe der Südstaaten-Kleinstadt New Iberia gefunden. Der Vietnam-Veteran und gealterte Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) geht den Spuren und Verdächtigen nach, die ihn recht bald zu einem alten Bekannten führen: Seinem ehemaligen Freund Julius »Baby Feet« Balboni (John Goodman), dessen Verbindungen zu der Mafia die beiden vor langer Zeit voneinander entfremdet haben. Dieser ist mittlerweile ein einflussreicher Geschäftsmann und hat sich kürzlich im Rahmen einer Filmproduktion wieder in der Gegend niedergelassen.</p>
<p>Was Robicheaux jedoch viel mehr aus der Bahn wirft, ist das in eine schwere Eisenkette verstrickte Skelett, das bei Dreharbeiten zu besagtem Film im selben Sumpf gefunden wird, denn es erinnert ihn an ein ungesühntes Verbrechen, dass er in seiner Jugend bezeugte. Als ihm auch noch ein konföderierter General der amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Visionen erscheint, begibt sich Robicheaux allmählich in ein Zwielicht, in dem sich ihm zwar wichtige Hinweise erschließen, in dem er aber auch Gefahr läuft, Selbstkontrolle und Realitätsbezug zu verlieren.<br />
<span id="more-2523"></span></p>
<div id="attachment_2536" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-1.jpg" rel="lightbox[2523]"><img class="size-full wp-image-2536  " title="Oben grün und unten blau: Swamp-Camouflage." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-1.jpg" alt="Ein Kerl von altem Schrot und Korn. Der Schnaps steht auf dem Boden." width="460" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Kerl von altem Schrot und Korn. Der Schnaps steht auf dem Boden.</p></div>
<p>Manche Filme verlieren mit jedem Tag, der nach Kinobesuch verstreicht, etwas mehr von ihrem Flair. Die Romanverfilmung IN THE ELECTRIC MIST ist solch ein Fall und auf seine Weise genauso schwierig wie die Verbrechen, von denen er erzählt. Das malerische Setting und die guten Darsteller stehen einem inkohärenten Tempo und einer in fortschreitendem Maße befremdlichen Handlung gegenüber, denen man gut anmerkt, dass sie in Form eines Romans wahrscheinlich deutlich besser funktionieren würde.</p>
<p>So sind die Visionen, die Detective Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) an seiner geistigen Verfassung zweifeln lassen, zwar atmosphärisch, wirken aber auch entbehrlich und im Bezug auf den übrigen Plot etwas aufgesetzt. Es liegt mir fern, mich über Mystery-Komponenten in Filmen zu beklagen, hier wirkt das ganze aber in weiten Teilen irrelevant und zu gewollt. Hier wäre eine – zumindest parallele – Verzerrung der Wirklichkeit, wie man sie beispielsweise in vielen der Episoden in APOKALYPSE NOW erlebt, die bessere Wahl gewesen.</p>
<div id="attachment_2537" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-2.jpg" rel="lightbox[2523]"><img class="size-full wp-image-2537 " title="&quot;Nicht, dass ich mich beschweren möchte, aber es ist heiß und schwül, und wenn ich da - Gangsterboss hin oder her - ein kühles Blondes bestelle, erwarte ich was anderes.&quot;" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/in-the-electric-mist-2.jpg" alt="In den letzten Jahren wurden Johns Rollen seinem Nachnamen selten gerecht." width="460" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">In den letzten Jahren wurden Johns Rollen seinem Nachnamen seltener gerecht.</p></div>
<p>Dem gegenüber stehen brillante Konfrontationen von Jones und Goodman, die den wesentlichsten Beitrag dazu stellen, dass der Film während seiner Laufzeit wirklich Freude macht. Man sollte sich nur darauf vorbereiten, neben diversen klassischen Film-Noir Elementen auch ein Ende vorgesetzt zu bekommen, dass im besten Fall viel Mitdenken erfordert, im schlimmsten für Verwirrung und emotionale Distanz sorgt.</p>
<p>Ein anspruchsvoller Krimi mit tollem Titel, der angenehm anzusehen ist, dessen Geschichte ab der zweiten Hälfte jedoch zu beliebig und konfus wirkt. Da davon auszugehen ist, dass dieses Manko der umfangreicheren Buchvorlage nicht anhaftet, sollte man besser in Lektüre investieren und auf den nächsten Noir-Film warten.</p>
<p>Vom Genre ist man konfuses, aber auch durchaus Besseres gewohnt.</p>
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		<title>Killing Room.</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 14:10:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem abgelegenen, streng geheimen Forschungskomplex befindet sich ein weißes, vollständig und fugenlos mit Hartplastik und Stahl verkleidetes Zimmer. Der einzige Tisch und die wenigen, verstreut stehenden Stühle sind aus Metall und am Boden festgeschraubt. Ansonsten ist der Raum vollkommen leer. Die in der Decke versenken Halogenlampen werfen grelles Licht, der einzige dunkle Fleck ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/08/29/killing-room/"><img class="alignnone size-full wp-image-2431" title="The Killing Room Poster" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/killingroom01.jpg" alt="The Killing Room Poster" width="104" height="149" /></a>In einem abgelegenen, streng geheimen Forschungskomplex befindet sich ein weißes, vollständig und fugenlos mit Hartplastik und Stahl verkleidetes Zimmer. Der einzige Tisch und die wenigen, verstreut stehenden Stühle sind aus Metall und am Boden festgeschraubt. Ansonsten ist der Raum vollkommen leer. Die in der Decke versenken Halogenlampen werfen grelles Licht, der einzige dunkle Fleck ist die Spiegelglasfläche des breiten Beobachtungsfensters unter der Decke.</p>
<p>Vier Personen betreten den Raum. Sie haben sich zur bezahlten Teilnahme an Medikamententests gemeldet und beginnen sogleich damit, die ausgehändigten Fragebögen auszufüllen. Weiter oben, auf der anderen Seite des Glases, steht der Leiter des Experiments, Dr. Phillips (Peter Stormare), zusammen mit einer jungen Psychologin, die vom Institut für eine Stelle ausgewählt wurde und gerade ihr Bewerbungsgespräch führt.</p>
<p>Beide Parteien, sowohl die Teilnehmer als auch die Bewerberin, werden in den nächsten Stunden an ihre persönlichen Grenzen gezwungen. Denn was sich schon bei der Verschwiegenheitserklärung, die der Psychologin vorgelegt wird, andeutet, wird bald grausame Realität. Getestet werden keine Arzneimittel &#8211; sondern Menschen.<br />
<span id="more-2429"></span></p>
<div id="attachment_2432" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/killingroom02.jpg" rel="lightbox[2429]"><img class="size-full wp-image-2432 " title="Es war das erste Mal, dass sie sich in ihrem eigenen Kontrollzentrum beobachtet fühlte." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/killingroom02.jpg" alt="Wenn Sie nur einen Knopf drücken könnten, um diesen Job zu bekommen, welchen würden Sie wählen?" width="460" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Letzte Frage: Wenn Sie einen Knopf drücken könnten, um diesen Job zu bekommen, welchen würden Sie wählen?</p></div>
<p>THE KILLING ROOM wird es schwer haben, ein geneigtes Publikum zu finden. Die Prämisse riecht zunächst nach Torture-Porn, was schon mal eine Zielgruppe anspricht, die von der erfreulich blut- und gewaltarmen Inszenierung enttäuscht sein wird.<br />
Im Gegensatz zur primär physischen Quälerei der Zwangsinsassen von Filmen wie SAW und HOSTEL liegt der Schwerpunkt hier auf dem psychologischen Horror, und obwohl dabei weder der Tiefgang eines DAS EXPERIMENT noch der Creep-Faktor eines THE CUBE erreicht wird, ist das Geschehen smart genug inszeniert, um spannend zu bleiben. Die Brutalität gerät jedenfalls nie zum Selbstzweck, besonders da sie, wenn sie durch die Handlung nötig wird, schnell, vorwarnungslos und ohne voyeuristischen Kameraeinsatz abgehandelt wird.</p>
<p>Drehbuch und Inszenierung muss man einige Schnitzer (Tagtraumsequenz) und stellenweise simple Mechanismen vorwerfen. Stellenweise hält sich der Plot für intelligenter, als er ist, und versucht Aha-Effekte zu erzwingen, die nicht wirklich zünden wollen. Auch innerhalb des Zimmers bleibt eine fühlbare Eskalation aus, die Distanz bleibt gewahrt. Das fordert Zynismus heraus, lenkt aber auch davon ab, dass das Geschehen klug konstruiert wurde.<br />
Die beklemmende Atmosphäre springt trotz regelmäßiger Blicke »hinter die Kulissen«, die dem Zuschauer gewährt werden, über. Dank jener Zweigleisigkeit können zudem einige der Manipulationen kurz angesprochen bzw. erklärt werden, was auch die Szenen außerhalb des Zimmers für Fans derartiger Thematiken interessant macht. Um nichts zu verraten, sei als Vergleich das kalte, übelriechende Essen erwähnt, dass den Bewerbern bei THE METHOD serviert wird, um deren Reaktionen zu testen und ein Gefühl der Unbehaglichkeit zu provozieren. Auch die Fragebogen-Szene in MEN IN BLACK oder die Bunker in LOST drängen sich hier ins Gedächtnis.</p>
<p>Als weiteres Resultat des nicht vollends ausgereiften Drehbuches mangelt es den Figuren ein wenig an Profil. Die gut gecasteten Darsteller verkörpern ihre Rollen professionell genug, um diesen Aspekt abzuschwächen, die einzige Ausnahme und zugleich größten Gewinn bildet aber die Besetzung von Peter Stormare (FARGO, CONSTANTINE, HORSEMEN), der dem leitenden Doktor Phillips genau die richtige Mischung aus Kälte, Schwere, Süffisanz und Berechnung verleiht, die diese Figur benötigt. Ungeachtet dieser positiven Elemente bleiben Zweifel zurück, ob der Film in einer versierteren Hand nicht noch deutlich mehr hätte werden können als ein smarter, kleiner Horrorfilm. Das mag daran liegen, dass man nie so recht ans Überleben auch nur eines Teilnehmers glauben mag, oder an dem praktisch nicht nachvollziehbaren, inneren Konflikten der Psychologin. Die Schuld dafür ist aber mehr bei Regisseur Jonathan Liebesman zu suchen, dessen bisherige Genrearbeit wohl kaum ausreichend Vorbereitung für einen echten »Mindfuck-Movie« war.</p>
<p>Wie eingangs erwähnt, ist zu erwarten, dass THE KILLING ROOM in den Bewertungen schlecht wegkommen wird. Ob er das auch verdient, bleibt anzuzweifeln, denn die solide Leistung wird durch den erwachsenen Umgang mit der notwendigen Gewalt massiv aufgewertet. Somit kann man den Film allen empfehlen, die sich für die Thematik interessieren, ohne etwas ähnliches studiert zu haben, von dem Übermaß an Brutalität in modernen Horrorfilmen aber sonst abgeschreckt werden.</p>
<p>Klein, aber fein.</p>
<p><em>Fantasy Filmfest 2009 – Film 2</em></p>
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		<title>Operation Walküre.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/28/operation-walkure/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 12:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<category><![CDATA[drama]]></category>
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		<description><![CDATA[Das große Monster Hollywood hat mit OPERATION WALKÜRE (OT: VALKYRIE) zweierlei bewiesen. Erstens, dass man durchaus noch fähig und gewillt ist, eine historisch weitgehend akkurate Verfilmung zu realisieren, die sich soweit möglich und nötig an den Fakten orientiert. Persönlich bin ich mit dem Thema wenig vertraut, hier scheinen sich die Experten allerdings einig. Zweitens, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/28/operation-walkure/"><img class="alignnone size-full wp-image-2290" title="Operation Walküre Filmplakat" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere1.jpg" alt="Operation Walküre Filmplakat" width="104" height="163" /></a>Das große Monster Hollywood hat mit OPERATION WALKÜRE (OT: VALKYRIE) zweierlei bewiesen. Erstens, dass man durchaus noch fähig und gewillt ist, eine historisch weitgehend akkurate Verfilmung zu realisieren, die sich soweit möglich und nötig an den Fakten orientiert. Persönlich bin ich mit dem Thema wenig vertraut, hier scheinen sich die Experten allerdings einig. Zweitens, dass es noch Blockbusterkino geben kann, das ohne unnötigen Bombast daherkommt. Der nach der dramatischen Eröffnung eintretende &#8220;Mut zum Kammerspiel&#8221; stellt deshalb vielleicht die größte Leistung dieses Thrillers dar.<br />
<span id="more-2285"></span></p>
<div id="attachment_2291" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere2.jpg" rel="lightbox[2285]"><img class="size-full wp-image-2291" title="Und da sag noch einer, Gelb mache fröhlich." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere2.jpg" alt="Der Widerstand zeigt Hitler die gelbe Karte." width="460" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Der Widerstand zeigt Hitler die gelbe Karte.</p></div>
<p>Wer hierauf maßgeblichen Einfluss hatte, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Dass Tom Cruise über seine Funktion als Hauptdarsteller hinaus in den Film involviert war, kann aber guten Gewissens unterstellt werden. Da sei es ihm auch verziehen, dass er über die Laufzeit hinweg oft etwas zu steif und unterkühlt wirkt, was sicherlich durch die Rolle legitimiert wird, den emotionalen Zugang zu seiner Figur jedoch erheblich erschwert.</p>
<p>Generell ist dies eines der wenigen, aber klar gezeichneten Probleme des Films: Bedingt durch die Thematik und die Zusammenhänge leidet OPERATION: WALKÜRE wie viele seiner Genreverwandten (hier sind Spionagefilme wie THE GOOD SHEPHERD durchaus hinzuzuzählen) unter einem Überschuss an handelnden Figuren. Dieser wirkt sich deutlich auf die Intensität aus, da die Charaktere deshalb &#8211; wenn man so will &#8211; mehr Personen bleiben als Persönlichkeiten werden.</p>
<div id="attachment_2292" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere3.jpg" rel="lightbox[2285]"><img class="size-full wp-image-2292" title="Kann der arme Kerl überhaupt noch im Ausland Urlaub machen?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/operationwalkuere3.jpg" alt="Wenn der Finsterling ein harter Kerl ist, muss Kretschmann ran." width="460" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn der Finsterling ein harter Kerl ist, muss Kretschmann ran.</p></div>
<p>Packend bleibt es trotzdem, ungeachtet des bekannten Ausgangs der Geschichte. Die Vorbereitung, die Stunden der Schwebe und Ungewissheit, der schon greifbare Triumph und das plötzliche, unaufhaltsame Umkippen ins Scheitern sind eindringlich und ohne Längen inszeniert. Auch in der zweiten, dramatischen Hälfte bleiben die Charaktere zuweilen auf der Stecken, bzw. werden zu oberflächlich abgehandelt, zu diesem Zeitpunkt leidet das Geschehen jedoch nicht mehr maßgeblich darunter.</p>
<p>Wer mag, darf nebenher auf eine Deutsche-Darsteller-Safari gehen, und wird dabei die ein oder andere Überraschung erleben. Selbes gilt auch für den Originalton, der zwar ohne übertriebene Akzente auskommt, jedoch beizeiten etwas lustlos wirkt. Besonders David Bamber als Adolf Hitler mangelt es an Stimmkraft und Eindringlichkeit, was allerdings auch eine Aussage und somit beabsichtigt sein kann. Das verkrümmte, kleine Wesen, um das so viel Aufhebens gemacht wird, gibt dem Mythos und der geschichtlichen Tragweite eine bittere, zuweilen fast ironische Note.</p>
<p>Mit seiner geradlinigen, komprimierten und mich buchhalterischer Präzision strukturierten Erzählweise ist OPERATION WALKÜRE solides Thrillerkino mit historischem Bezug &#8211; mehr aber auch nicht. Die filmische Aufarbeitung des Attentats meidet viele der ausgetretenen Pfade der WW2-Filme, hinterlässt ob ihrer Kühle aber keinen nachhaltigen Eindruck.</p>
<p>Ein interessanter Thriller, der im Vergleich mit dem dieses Jahr ebenfalls auf DVD erschienenen <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/08/tage-des-zorns/" target="_blank">TAGE DES ZORNS</a> eindeutig den Kürzeren zieht.</p>
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		<title>Kurzer Prozess.</title>
		<link>http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/25/kurzer-prozess/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 11:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass sich ein Film für intelligenter hält, als er in Wirklichkeit ist, kommt nicht selten vor. Besonders im Hinblick auf die überraschenden Enden, ohne die kein Thriller mehr auskommen darf, hat man seit SIEBEN viel ertragen dürfen. Dass ein Film dabei klar über das Ziel hinaus schiesst, ist schon seltener. KURZER PROZESS ist leider ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/25/kurzer-prozess/"><img class="alignnone size-full wp-image-2234" title="Kurzer Prozess - Righteous Kill" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/kurzerprozess1.jpg" alt="Kurzer Prozess - Righteous Kill" width="104" height="147" /></a>Dass sich ein Film für intelligenter hält, als er in Wirklichkeit ist, kommt nicht selten vor. Besonders im Hinblick auf die überraschenden Enden, ohne die kein Thriller mehr auskommen darf, hat man seit SIEBEN viel ertragen dürfen. Dass ein Film dabei klar über das Ziel hinaus schiesst, ist schon seltener. KURZER PROZESS ist leider ein solcher Fall, denn während sich das Drehbuch für gewieft hält,  ist das Ergebnis doch lediglich irritierend.</p>
<p><span id="more-2224"></span></p>
<div id="attachment_2236" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/kurzerprozess2.jpg" rel="lightbox[2224]"><img class="size-full wp-image-2236" title="Eins sage ich euch, Wilhelm Busch würde sich im Grabe umdrehen." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/kurzerprozess2.jpg" alt="Roses are red, violets are blue... I think we're looking for a florist. " width="460" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">Roses are red, violets are blue... I think we&#39;re looking for a florist. </p></div>
<p>Wahrscheinlich liegt das Problem darin begründet, dass Drehbuchautor Russell Gewirtz sein Pferd von hinten aufgezäumt hat. In dem Bestreben, die eigentlich einfache Geschichte über einen dichtenden Selbstjustiz-Serienmörder mit einem schönen Twist abschliessen zu können, legt er eine falsche Fährte durch den kompletten Film, die so überdeutlich ist, dass man die komplette Laufzeit über unter einem fortwährenden Verfremdungseffekt leidet. Dieser konzeptionelle Fehler ist für den  Zuschauer nämlich zunächst nicht als solcher erkennbar, was sich deutlich auf die Spannung niederschlägt, die dem Film über weite Strecken hinweg vollständig abgeht.</p>
<p>Ein talentierter Regisseur auf dem Zenit seiner Fähigkeiten hätte hier vielleicht entgegen wirken können. Das Problem liegt zwar nahe an der Wirbelsäule der Geschichte, wäre aber mit dem Verzicht auf ein paar erzähltechnische Elemente sowie einer mittelgroßen Umstrukturierung durchaus zu bewältigen gewesen. Regisseur Jon Avnet hat mit 88 MINUTEN zwar halbwegs solides Kino geschaffen, aus den letzten 10 Jahren aber sonst keine nennenswerte Referenzen vorzuweisen, und war somit der Herausforderung, die Schwächen des Drehbuchs zu kaschieren, definitiv nicht gewachsen.</p>
<div id="attachment_2238" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/kurzerprozess3.jpg" rel="lightbox[2224]"><img class="size-full wp-image-2238" title="Das ist jetzt schon das vierte Knöllchen. Wenn er in einer Woche noch hier liegt, schleppen wir ihn ab." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/kurzerprozess3.jpg" alt="Und ich hab' ihm noch gesagt: &quot;Hank, ein Hungerstreik, wo soll das hinführen?&quot;" width="460" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Und ich hab&#39; ihm noch gesagt: &quot;Hank, ein Sitzstreik, wo soll das hinführen?&quot;</p></div>
<p>Auch die Hauptdarsteller Al Pacino und Robert de Niro, die noch den besten Grund darstellen, sich den Film anzusehen, hatten anscheinend Probleme mit dem Plot oder ihren Figuren, denn die Vorstellung, die sie abliefern, wäre selbst bei weniger renommierten Mimen nur als Mittelmaß zu bezeichnen gewesen. Als Zuschauer muss man sich angesichts einer solchen Darbietung allmählich eingestehen, dass ihr nahender Ruhestand kein großer Verlust mehr für die Menschheit wäre.</p>
<p>KURZER PROZESS ist verbissen konstruiert, verwirrend erzählt und wird bestenfalls eingefleischte Cop-Thriller-Fans zufrieden stellen, die trotz der zahlreichen, kaum besseren Alternativen der letzten Jahre noch nicht genug vom Genre haben. Auch Fans der Hauptdarsteller oder des Rappers 50Cent, der eine nervtötende Nebenrolle einnimmt, sollten aller Mängel zum Trotz auf ihre Kosten kommen.</p>
<p>Für den Rest wird das nächste Knöllchen aufregender sein.</p>
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		<title>Tage des Zorns.</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 22:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<category><![CDATA[drama]]></category>
		<category><![CDATA[filme]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir sind ja selbst schuld. Eigentlich wollen wir unterhalten werden, von Filmen mit spannenden Geschichten, faszinierenden Charakteren, packender Inszenierung. Und dann schauen wir uns Filme wie Wolverine, Terminator: Die Erlösung oder Transformers 2 im Kino an, der Effekte wegen, und ärgern uns hinterher, wenn wir den Saal unbeeindruckt verlassen, weil es all den Explosionen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/07/08/tage-des-zorns/"><img class="alignnone size-full wp-image-2120" title="Tage des zorns" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/tagedeszorns_1.jpg" alt="Tage des zorns" width="104" height="149" /></a>Wir sind ja selbst schuld. Eigentlich wollen wir unterhalten werden, von Filmen mit spannenden Geschichten, faszinierenden Charakteren, packender Inszenierung. Und dann schauen wir uns Filme wie <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/05/13/wolverine/" target="_blank">Wolverine</a>, <a href="http://www.acidbar.de/wordpress/2009/06/11/terminator-salvation/" target="_blank">Terminator: Die Erlösung</a> oder Transformers 2 im Kino an, der Effekte wegen, und ärgern uns hinterher, wenn wir den Saal unbeeindruckt verlassen, weil es all den Explosionen und all der Wucht wieder einmal nicht gelungen ist, den stets hauchdünnen Plot zu verbergen. Und warum das alles? Weil uns der Anspruch, die schweren Momente und behäbigen Tempi des Erzählkinos zu anstrengend sind, jedenfalls an einem Freitag abend.</p>
<p><span id="more-2116"></span></p>
<div id="attachment_2121" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/tagedeszorns_2.jpg" rel="lightbox[2116]"><img class="size-full wp-image-2121 " title="Lustig ist das Singledasein." src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/tagedeszorns_2.jpg" alt="Lustig ist das Singledasein." width="460" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Ein wenig enttäuscht war Flammen über seinen Junggesellenabschied schon.</p></div>
<p>Dabei ist es so einfach. Oft genügt es, sich für eine Viertelstunde auf die reduzierte Geschwindigkeit, meist bei Prolog und Charaktereinführung, einzulassen. Oder ein paar bedeutungsschwangere Standbilder oder Off-Monologe zu ertragen (die man bei Blockbustern ja auch vermehrt zu Aug und Ohr bekommt). Ist man dann erst einmal in die Atmosphäre des Films abgetaucht, staunt man beizeiten nicht schlecht, wie spannend ein Film sein kann, in dem mal NICHT das Wohl der gesamten Menschheit auf dem Spiel steht, sondern nur das Leben einiger weniger Protagonisten bedroht wird &#8211; oder noch weniger: deren Werte und Träume.</p>
<p>TAGE DES ZORNS ist, bedingt durch seine Figuren, in einem historischen Kontext verankert, der erst einmal abschreckt. <em>Schon wieder</em> ein Film über den 2ten Weltkrieg. Und dann auch noch über den Widerstand. Da spürt man beim Betrachten der Packungsrückseite schon den Atem hunderter Geschichtslehrer im Nacken. Und etwas schlechtes darf man, das scheint vorab festzustehen, ja über derlei Filme ohnehin nicht sagen. Siehe SCHINDLERS LISTE. Oder BAADER MEINHOF KOMPLEX. Oder &#8211; Gott bewahre &#8211; DIE WELLE. Den haben wir präzise 6 Minuten lang ertragen.</p>
<p>Lange Einleitung, jetzt zum Kern der Sache:</p>
<p>Die Überwindung zahlt sich aus. TAGE DES ZORNS ist vortrefflich besetzt, schön gespielt und vermeidet in ausreichendem Maß abgedroschene Themen und Klischees. Der Film ist sicherlich kein Meilenstein, kein vielschichtiges Meisterwerk und auch kein essentieller Beitrag zum Genre, aber er erreicht gerade deshalb etwas, woran viele Arthaus-Filme und die moralinsauren Geschichtsaufarbeiter unter den Regisseuren dieser Welt sonst scheitern: Er packt den Zuschauer, und hält ihn.</p>
<div id="attachment_2123" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/tagedeszorns_3.jpg" rel="lightbox[2116]"><img class="size-full wp-image-2123" title="Wo sind sie bloß, wenn man sie braucht, die 3 Mädels von der Tankstelle?" src="http://www.acidbar.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/07/tagedeszorns_3.jpg" alt="Ohne &quot;Gold-Membership&quot; lässt der ADAC ganz schön lange auf sich warten." width="460" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">Ohne &quot;Gold-Membership&quot; lässt der ADAC ganz schön lange auf sich warten.</p></div>
<p>Ole Christian Madsen nahm sich ausreichend Zeit, Protagonisten zu schaffen, die einen Nachhall im Zuschauer hinterlassen, und erreicht das mit ganz einfachen, erzählerischen Mitteln, ohne ausufernde Charakterstudien. Und am Ende gelingt es dem Finale sogar, mit dem was zwischenzeitlich aufgebaut wurde, den Zuschauer zu bewegen. Sowas ist ja derzeit regelrecht selten. Ein furioser Shootout auf der einen, eine grandiose Einstellung auf der anderen Seite, der Kreis schließt sich, Abblende, Musik. So einfach geht das.</p>
<p>Wer eine beklemmenden, tragischen und doch packenden Film Noir über zwei finstere Helden sehen möchte, ohne aufgrund der Thematik gleich in Brüterei zu versinken, dem sei TAGE DES ZORNS warm empfohlen. Sicher polemisch in Tonfall und Aussage, aber differenziert und nebulös genug um nicht plakativ zu wirken oder das denkende Publikum zu beleidigen.</p>
<p>Wir brauchen solche Filme.</p>
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