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Das große Monster Hollywood hat mit OPERATION WALKÜRE (OT: VALKYRIE) zweierlei bewiesen. Erstens, dass man durchaus noch fähig und gewillt ist, eine historisch weitgehend akkurate Verfilmung zu realisieren, die sich soweit möglich und nötig an den Fakten orientiert. Persönlich bin ich mit dem Thema wenig vertraut, hier scheinen sich die Experten allerdings einig. Zweitens, dass es noch Blockbusterkino geben kann, das ohne unnötigen Bombast daherkommt. Der nach der dramatischen Eröffnung eintretende “Mut zum Kammerspiel” stellt deshalb vielleicht die größte Leistung dieses Thrillers dar.
Dass sich ein Film für intelligenter hält, als er in Wirklichkeit ist, kommt nicht selten vor. Besonders im Hinblick auf die überraschenden Enden, ohne die kein Thriller mehr auskommen darf, hat man seit SIEBEN viel ertragen dürfen. Dass ein Film dabei klar über das Ziel hinaus schiesst, ist schon seltener. KURZER PROZESS ist leider ein solcher Fall, denn während sich das Drehbuch für gewieft hält, ist das Ergebnis doch lediglich irritierend.
Wir sind ja selbst schuld. Eigentlich wollen wir unterhalten werden, von Filmen mit spannenden Geschichten, faszinierenden Charakteren, packender Inszenierung. Und dann schauen wir uns Filme wie Wolverine, Terminator: Die Erlösung oder Transformers 2 im Kino an, der Effekte wegen, und ärgern uns hinterher, wenn wir den Saal unbeeindruckt verlassen, weil es all den Explosionen und all der Wucht wieder einmal nicht gelungen ist, den stets hauchdünnen Plot zu verbergen. Und warum das alles? Weil uns der Anspruch, die schweren Momente und behäbigen Tempi des Erzählkinos zu anstrengend sind, jedenfalls an einem Freitag abend.
Die ersten 16 Beiträge des diesjährigen Fantasy Filmfest(s?) sind seit einigen Tagen auf der offiziellen Webseite gelistet. Und wie jedes Jahr artet es regelrecht in Arbeit aus, sich durch die Trailer und Filminfos zu wühlen, um eine Vorauswahl zu treffen.
Einen echten Genrefan schockt jedoch bekanntlich wenig, und da es eine meiner wenigen, persönlichen Traditionen ist, meine Einschätzungen zu notieren, um die spätere Entscheidung zu erleichtern, beginnt für mich das Filmfest heute – mit dem ersten Blogeintrag, meinen komplett subjektiven Rundumschlag zu den angekündigten Titel, wie immer ohne Anspruch auf Fairness oder Richtigkeit.
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Wenn Leonardo DiCaprio mit gehetztem Blick durch ein fremdes Land streift, kommt seltsamerweise immer der Moment, meist nach ungefähr der Hälfte der Spielzeit, an dem ich pausiere und kurz etwas anderes mache, zum Beispiel Kaffee kochen oder die Wäsche aufhängen. Das war bei BLOOD DIAMOND so, das war genau genommen schon bei THE BEACH so, und das war nun auch hier, bei dem im Original deutlich fescher betitelten BODY OF LIES, der Fall. Der wesentliche Unterschied zu BLOOD DIAMOND besteht darin, dass ich diesmal nach gut 15 Minuten weiter schaute.